Wie die Energiewende aus dem „Knick“ kommt
Die Energieversorgung in der Landwirtschaft steht vor einem Wandel. Steigende Kosten für fossile Brennstoffe, zunehmende Umweltauflagen und der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit machen eine Modernisierung der Heizungsanlagen unumgänglich. Gerade für landwirtschaftliche Betriebe, die oft über große Flächen und eigene Ressourcen wie Holz oder Biomasse verfügen, bieten Heizungslösungen wie Biomasseheizungen eine attraktive Alternative.
Ein gelungenes Beispiel für diese Entwicklung ist der Hof Langeloh in Grabau. Mit dem Ziel, die Energieversorgung seiner Wohngebäude und die Getreidetrocknung nachhaltiger, effizienter und kostengünstiger zu gestalten, entschied sich der Betrieb für eine zentrale Biomasseheizung. Die Umsetzung zeigt, wie durchdachte Planung, innovative Technik und die Nutzung natürlicher Ressourcen zukunftsweisende Energiekonzepte realisiert werden können – mit Vorteilen für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel.
Ausgangssituation auf dem Hof Langeloh
Der Hof Langeloh bewirtschaftet eine Fläche von bis zu 500 Hektar Ackerland und verfügt über bis zu 50 Hektar Wald, was ihn zu einem vielseitigen landwirtschaftlichen Betrieb macht. Zurzeit werden die vier Wohnhäuser im unmittelbaren Umfeld des privaten Wohnhauses mit eigenen Gasheizungen beheizt. Diese dezentrale Energieversorgung führt jedoch zu hohen Heizkosten und einer ineffizienten Nutzung der vorhandenen Ressourcen.
Zusätzlich betreibt der Hof eine Getreidetrocknung, die gegenwärtig mit Heizöl befeuert wird. Das ist nicht nur kostspielig, sondern auch umweltschädlich, da Öl als fossiler Brennstoffe sehr viel CO₂ bei der Verbrennung freisetzt. Zudem ist die Abhängigkeit von Heizöl für die Trocknung der Ernte ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Notwendigkeit einer Umstellung auf nachhaltige Energielösungen unterstreicht.

Die Heizzentrale
Der bereits vorhandene Raum wurde zur Heizzentrale umfunktioniert. Sie beinhaltet den AK-Kessel, die Pufferspeicher, Steuerung und die hydraulische Anbindung.
Die Entscheidung des Hofs Langeloh, auf eine Biomasseheizung umzusteigen, war das Ergebnis eines sorgfältigen Entscheidungsprozesses, der verschiedene Faktoren berücksichtigte. Der Kunde war sich der Herausforderungen bewusst, die mit der aktuellen Heiztechnik verbunden sind: hohe Betriebs- und Energiekosten, dezentrale und veraltete Heizsysteme, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen auf dem Weltmarkt und die Notwendigkeit, den ökologischen Fußabdruck des Betriebs zu reduzieren.
Inspiriert durch Besuche bei anderen Betrieben, die bereits auf moderne Biomasseheizungen von Heizomat umgestellt hatten, erkannte der Kunde das Potenzial einer zentralen Hackschnitzelheizung für den eigenen Betrieb. Die Skaleneffekte einer zentralen Wärmeversorgung und die Möglichkeit, den benötigten Brennstoff durch eigene Biomasse in Form von Waldhackschnitzeln und Knicks zu nutzen, stellte für ihn einen entscheidenden Vorteil dar.

Förderkette und Zellenradschleuse
Die Förderkette transportiert die Hackschnitzel leise und verschleißarm aus dem Bunker zur Vierkammern-Zellenradschleuse. Hier werden dank der verschränkten Schneide größere Holzstücke zerkleinert.
Planung und Umsetzung: Effiziente Nahwärmeversorgung mit Biomasseheizung
Zusammen mit dp Energietechnik hat der Hof Langeloh ein Konzept für ein zentralisiertes Nahwärmesystem entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Installation einer leistungsstarken Biomasseheizung des Typs RHK-AK 200 mit 200 kW Nennwärmeleistung. Diese erlaubt es dem Betreiber, die Waldhackschnitzel und Knicks aus dem eigenen Bestand als kostengünstige und regionalen Ressourcen energetisch zu verwerten.
Die Heizungsanlage wurde mit einem Sicherheitswärmetauscher ausgestattet, um höhere Vorlauftemperaturen von bis zu 95° zu ermöglichen und somit die Heizleistung der angeschlossenen Wohnhäuser und der Getreidetrocknung zu optimieren. Durch die Integration von zwei Pufferspeichern mit jeweils 3.000 Litern wird eine zuverlässige Wärmeversorgung gewährleistet, auch wenn die Trocknungsanlage ausschließlich im Sommer betrieben wird.
Für das Nahwärmenetz wurden ca. 400 m isolierte Nahwärmeleitungen vom Typ Isopex verlegt. Diese verbinden nun Heizzentrale, Wohnhäuser und Getreidetrocknung miteinander.

Technische Planung
Der Begriff „Knick“ – Ein regionales Kulturerbe mit Mehrwert
Ein besonderes Merkmal der Brennstoffstrategie auf dem Hof Langeloh ist die Nutzung von Knicks, einer regional typischen Ressource aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Der Begriff „Knick“ mag nicht allen Kunden aus anderen Regionen geläufig sein, doch er hat eine lange Tradition in der norddeutschen Kulturlandschaft.
Knicks, auch als Wallhecken bekannt, sind von Gehölzen bewachsene, künstlich errichtete Erd- oder Steinwälle. Sie trennen landwirtschaftliche Flächen voneinander und schützen das Land vor Wind, Erosion und Viehverbiss. Der Name „Knick“ leitet sich von der Pflegetätigkeit des „Knickens“ ab, bei der Zweige und junge Äste so geknickt wurden, dass die Hecke dichter wächst und ihre Funktion als Schutzwall verbessert wird.
Diese landschaftsprägenden Elemente bieten nicht nur Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sondern sind auch eine hervorragende Quelle für nachwachsende Biomasse. Auf dem Hof Langeloh werden Knicks gezielt gepflegt, sodass die bei den regelmäßigen Pflegeschnitten anfallende Hölzer als nachhaltiger Brennstoff für die neue Hackschnitzelheizung dienen kann.
Mit der Nutzung von Waldhackschnitzeln und Knicks zeigt der Hof, wie regionale Ressourcen intelligent und effizient eingesetzt werden können.

Wallhecken- und Knickpflege
Die Wallhecken oder auch Knicks genannt müssen regelmäßig zurück geschnitten werden. Die anfallenden Hölzer können als Brennstoff für eine Biomasseheizung genutzt werden. Mit einem mobilen Holzhacker sind die Hölzer direkt vor Ort zerkleinert und müssen nicht transportiert werden.
Maximale Brennstoffflexibilität – Ein Vorteil von Biomasseheizungen
Die Biomasseheizungen der RHK-AK-Baureihe, wie die auf dem Hof Langeloh zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Flexibilität beim Brennstoff aus, was sie ideal für die Nutzung von Waldhackschnitzeln und Knicks macht. Der Kunde setzt dabei auf gemischte Waldhackschnitzel und Knicks bis zur Korngröße G50 mit einem Wassergehalt von 10 % bis 25 %. Diese Biomasse enthält oft hohe Rinden- und Grünanteile, Erde oder Steine. Das kann den Aschegehalt erhöhen und das Ascheschmelzverhalten beeinflussen. Die Heizomat-Technologie bewältigt diese Herausforderungen zuverlässig:
Vorteile der RHK-AK-Baureihe:

Biomasseheizung RHK-AK
Die Kesselbaureihe RHK-AK wurde speziell für die effiziente Verbrennung von Waldhackgut und naturbelassenen Einwegpaletten entwickelt. Sie nutzt diese Brennstoffe optimal dank ihrer herzförmigen Brennkammer, die für minimale Emissionen und höchsten Wirkungsgrad sorgt. Mit patentierter Aschekette und vollautomatischen Wärmetauschern ist sie ideal für Industrie, Landwirtschaft und Nahwärmeversorgung.
Die Fähigkeit, unterschiedlichste Brennstoffe zu verarbeiten, bietet dem Hof Langeloh große Vorteile. Der Betrieb kann nicht nur auf regional verfügbare Biomasse zurückgreifen, sondern auch Kosten sparen, da die Heizung keine strengen Anforderungen an die Brennstoffqualität stellt. Gleichzeitig wird die Umwelt durch die Nutzung von Reststoffen aus der Landschaftspflege geschont.
Für potenzielle Kunden, die sich für eine Hackschnitzelheizung interessieren, bedeutet diese Flexibilität weniger Abhängigkeit von einem einzelnen Brennstoff und eine wirtschaftliche und nachhaltige Wärmeversorgung.
Fazit
Der Hof Langeloh in Schleswig-Holstein demonstriert eindrucksvoll, wie landwirtschaftliche Betriebe durch moderne Heiztechnik, einem Nahwärmenetz und die Nutzung regionaler Ressourcen ihre Energieversorgung eigenständig gestalten können. Die Umstellung auf eine zentrale Biomasseheizung der RHK-AK Baureihe von Heizomat ermöglicht die effiziente Verwendung von Holz und Knicks aus eigenem Bestand. Diese Lösung bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern stärkt auch die Unabhängigkeit von externen Energiequellen und zeigt, wie man mit solchen nachhaltigen Anlagen die Energieversorgung in die eigene Hand nehmen kann.








