Kurzinformationen zu dieser Referenzanlage
Projektberater:
Dieter Graf
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Referenzart:
Wärmetechnik
Typ:
150 kW - 200 kW
Energieträger:
Hackschnitzel
Anwendungen:
Landwirtschaft
Thumbnail zum einem Video über eine Biomasseheizung auf einem Landhof

Wärme für einen vielseitigen Hofbetrieb

Der Landhof Große Hellmann ist kein klassischer landwirtschaftlicher Einzelbetrieb. Reitschule, Pferdepension, Ponyferien, Übernachtungsangebote, Veranstaltungen und Hofgastronomie greifen hier ineinander. Auf dem Hof stehen Schulponys und -pferde für den Reitunterricht zur Verfügung; die Pferdepension wurde auf eine Aktivstallhaltung ausgerichtet. Zum Betrieb gehören außerdem das Nostalgie-Café, Veranstaltungsräume und Unterkünfte für Ferien- und Gruppenangebote.

Entsprechend vielfältig ist auch der Wärmebedarf. Neben dauerhaft genutzten Wohnbereichen müssen Räume für Gäste, Reitgruppen, Veranstaltungen und gastronomische Angebote zuverlässig beheizt werden. Viele der Gebäude stammen aus der Zeit um 1900 und stellen wegen ihrer Bauweise erhöhte Anforderungen an die Wärmeversorgung.

Vor der Umstellung arbeiteten auf dem Hof mehrere voneinander getrennte Anlagen:

  • eine 55 kW Ölheizung aus dem Jahr 1974,

  • eine Flüssiggasheizung mit 24 kW,
  • eine weitere Flüssiggasheizung mit 49 kW.

Zusammen verbrauchten die fossilen Altanlagen jährlich etwa 5.000 Liter Heizöl und rund 13.500 Liter Flüssiggas. Die tatsächlich gewünschte Wärmeversorgung ließ sich mit den vorhandenen Anlagen daher nur eingeschränkt abbilden.

Drei alte Heizungen ersetzen oder Wärme zentral erzeugen?

Als die Erneuerung der Heiztechnik anstand, gab es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Die einzelnen Heizungen hätten an ihren bisherigen Standorten nacheinander ersetzt werden können. Alternativ ließ sich eine gemeinsame Heizzentrale errichten, die alle relevanten Gebäude über isolierte Nahwärmeleitungen versorgt.

Für Betreiber Robert Große Hellmann war die zentrale Variante langfristig schlüssiger:

„Wir standen vor der Frage, die kleinen alten Heizungen an der gleichen Stelle zu ersetzen oder eine große Lösung zu finden, mit der von einem zentralen Punkt aus alles beheizt werden kann.“ – Robert Große Hellmann

Zusammen mit dp Energietechnik wurde ein Versorgungskonzept entwickelt, das die bisher getrennten Wärmeabnehmer über eine zentrale Biomasseheizung und erdverlegte Wärmeleitungen verbindet.

Die Lösung reduziert nicht nur die Zahl der Wärmeerzeuger. Sie schafft auch eine gemeinsame Grundlage für Brennstoffbevorratung, Regelung, Wartung und mögliche spätere Erweiterungen.

Luftaufnahme vom Lanmdhof Große Hellmann in Senden

Zentrale Wärmeversorgung auf dem Landhof Große Hellmann

Mit einer 200-kW-Hackschnitzelheizung versorgt der Landhof Große Hellmann sein Hof- und Wohngebäude in Senden-Bösensell.

Die Herausforderung: Unterschiedliche Gebäude und Nutzungszeiten

Die Auslegung der Anlage orientierte sich nicht allein an der beheizten Fläche. Auf dem Hof treffen dauerhaft genutzte Wohnungen auf zeitweise belegte Ferien- und Gruppenräume sowie auf Gastronomie- und Veranstaltungsflächen mit wechselnden Lastspitzen.

  • ein Altenteilerhaus mit rund 230 m²,
  • zwei Ferienwohnungen mit jeweils etwa 65 m²,
  • eine Betriebsleiterwohnung mit rund 130 m²,
  • Café, Gesellschaftsräume und Gruppenunterkünfte mit zusammen rund 760 m².

Die Planung umfasste zunächst rund 1.250 m² beheizte Fläche. Ein saisonal beheiztes Schwimmbad mit 40 m³ Wasserinhalt wurde später außer Betrieb genommen. Gleichzeitig bietet das Wärmenetz Reserve für den künftigen Anschluss eines weiteren Wohnhauses. Die zentrale Heizung ist damit für den heutigen Bedarf ausgelegt, hält aber zugleich Möglichkeiten für eine Erweiterung des Wärmenetzes offen.

Das Projekt zeigt damit eine typische Anforderung gewachsener Hofbetriebe: Nutzung, Flächen und Wärmebedarf können sich verändern. Die Heizzentrale muss deshalb nicht nur den aktuellen Betrieb abdecken, sondern auch Anpassungen ermöglichen.

200 kW Hackschnitzelleistung und 6.000 Liter Puffervolumen

Als Wärmeerzeuger kommt ein Heizomat RHK-AK 204 mit 200 kW Nennwärmeleistung zum Einsatz. Der Kessel wird mit Hackschnitzeln beziehungsweise geeignetem holzigem Straßenbegleitschnitt betrieben.

Vorgesehen ist eine Brennstoffqualität bis G50 beziehungsweise P45s bei einem Wassergehalt von weniger als 30 Prozent. Damit die Anlage zuverlässig arbeitet, müssen Korngröße, Feuchte und Zusammensetzung des Brennstoffs dauerhaft zu den technischen Anforderungen passen.

Das Anlagenkonzept umfasst:

  • den 200-kW-Hackschnitzelkessel,
  • zwei Pufferspeicher mit jeweils 3.000 Litern,
  • eine Raumaustragung mit bis zu fünf Metern Durchmesser,
  • eine Zellenradschleuse mit Rückwärtslauffunktion,
  • ein Puffermanagement,
  • einen Siemens-ET-200-Schaltschrank,
  • einen Heizoclean-Feinstaubabscheider,
  • die Anbindung der Gebäude über Wärmeleitungen.

Die insgesamt 6.000 Liter Puffervolumen entkoppeln Wärmeerzeugung und Wärmeabnahme. Das ist bei unterschiedlich genutzten Wohnungen, Gästezimmern, Gastronomie- und Veranstaltungsbereichen besonders wichtig. Der Kessel kann Wärme effizient erzeugen und in den Speichern bevorraten, während die einzelnen Gebäude ihren Bedarf zeitlich unabhängig abrufen.

Heizomat RHK-AK 204

200 kW Nennwärmeleistung aus Holzhackschnitzeln für einen Reiterhof mit Gastronomie und Wohngebäuden im Münsterland.

Brennstofflager und Austragung für den laufenden Hofbetrieb

Der neu errichtete Hackschnitzelbunker wurde so geplant, dass er von vorne befüllt werden kann. Das erleichtert die Brennstofflogistik und reduziert Beeinträchtigungen für Reitbetrieb, Gäste und Veranstaltungen.

Aus dem Lager transportiert eine Raumaustragung die Hackschnitzel automatisch zur Feuerung. Die Zellenradschleuse sorgt für eine kontrollierte Brennstoffzufuhr und unterstützt den Rückbrandschutz.

Ein Teil des eingesetzten Brennstoffs kann aus eigenem oder regional verfügbarem holzigem Material stammen, sofern dessen Qualität den Anlagenanforderungen entspricht. Der Betrieb ist damit nicht ausschließlich auf eigenes Material angewiesen und kann die Brennstoffbeschaffung flexibel organisieren.

Wärmeleitungen verbinden die Bestandsgebäude

Von der zentralen Heizzentrale gelangt die erzeugte Wärme über erdverlegte Leitungen zu den einzelnen Gebäuden. Dort wird sie über Übergabepunkte und die vorhandenen beziehungsweise angepassten Heizkreise verteilt.

Bei einem gewachsenen Hofstandort hängt die Leitungsführung nicht nur von der Entfernung zwischen den Gebäuden ab. Auch Hofflächen, Zufahrten, Gebäudeeinführungen und bereits vorhandene Versorgungsleitungen müssen berücksichtigt werden.

Die genaue Trassenführung wurde gemeinsam mit dem ausführenden Heizungsfachbetrieb festgelegt. Dieser übernahm auch die Wärmeverteilung in den Gebäuden und den hydraulischen Abgleich.

Pufferspeicher in der Heizzentrale

Zwei 3.000 Liter Pufferspeicher trennen die Wärmeerzeugung von der -verteilung und -nutzung. Das stiegert die Effizienz der Heizungsanlage.

Mehr nutzbare Wärme für alte Hofgebäude

Ein wichtiges Ergebnis der Umstellung ist nicht nur der Wechsel des Brennstoffs. Die neue Heizzentrale stellt auch mehr nutzbare Wärme für bislang schwer zu beheizende Bereiche bereit.

Besonders in den alten Aufenthalts- und Veranstaltungsräumen reichte die vorherige Heizleistung nach Aussage des Betreibers nicht immer aus. Mit der zentralen Hackschnitzelheizung habe sich die Situation verbessert:

„Die Hackschnitzelheizung hat mehr Wumms als das, was wir vorher hatten. Das war einfach nicht ausreichend. Mit dp Energietechnik hat sich das gewandelt.“

Damit verbessert die Anlage den Nutzungskomfort in den Räumen für Ponyferien, Gruppen, Veranstaltungen und Gastronomie. Gleichzeitig müssen nicht mehr drei alte Wärmeerzeuger parallel betrieben, geregelt und gewartet werden.

Das ist für den Landhof besonders relevant: Das Hofcafé bietet 50 Innenplätze, und die Räume werden zusätzlich für Feiern, Gesellschaften und Versammlungen genutzt. Auch die Ferien- und Gruppenangebote sind auf zuverlässig beheizte Schlaf-, Speise- und Aufenthaltsräume angewiesen.

Gebäude auf dem Landhof Große Hellmann

Die alten Hofgebäude mit historischer Bausubstanz aus 1900, stellen hohe Anforderrungen an den Wärmebedarf. Über die zentrale 200-kW-Hackschnitzelheizung werden diese vielseitig genutzten Gebäudetypen zuverlässig mit Wärme versorgt.

Wirtschaftlicher Nutzen durch ein gemeinsames Wärmesystem

Vor der Umstellung mussten teures Heizöl und Flüssiggas für drei getrennte Anlagen beschafft werden. Mit der neuen Heizzentrale werden Brennstoffbevorratung, Wärmeerzeugung und Anlagenbetreuung an einem Standort gebündelt.

Der Betreiber bewertet Hackschnitzel als kalkulierbaren Energieträger:

„Im Prinzip ist es die Frage, ob man Öl, Gas oder Holz einkauft. In der Kalkulation ist das berücksichtigt. Darüber hinaus gibt es eigenes Material, das man mit einsetzen kann.“

Der Brennstoff stammt sowohl aus eigenem als auch regional verfügbaren Hackschnitzeln. Das reduziert die Abhängigkeit von Heizöl und Flüssiggas. Gleichzeitig bleibt die Brennstoffversorgung flexibel, weil nicht ausschließlich eigenes Material eingesetzt werden muss.

Die zentralisierte Lösung bietet darüber hinaus praktische Vorteile:

  • nur noch ein wesentlicher Wärmeerzeuger statt drei alter Einzelanlagen,
  • gemeinsame Brennstoffbevorratung,
  • gebündelte Wartung und Regelung,
  • bedarfsgerechte Versorgung unterschiedlich genutzter Gebäude,
  • Erweiterungsmöglichkeit für weitere Abnehmer,
  • bessere Wärmebereitstellung für zuvor unterversorgte Räume.

Hackschnitzelbunker des Reiterhofs

Hackschnitzellager und Brennstoffbunker direkt nebeneinander. Bequem mit dem Frontlader von vorne zu befüllen.

Ergebnisse des Projekts

Die neue Heizzentrale bündelt die Wärmeversorgung eines vielseitigen Hofbetriebs an einem Standort. Zu den belegbaren Ergebnissen gehören:

  • 200 kW zentrale Heizleistung

  • 6.000 Liter Puffervolumen
  • Ersatz von drei dezentralen Altanlagen
  • Ablösung von jährlich rund 5.000 Litern Heizöl und 13.500 Litern Flüssiggas
  • Versorgung von fünf Wohnungen sowie gewerblich und touristisch genutzten Hofbereichen
  • Einbindung mehrerer Gebäude über Wärmeleitungen
  • Option zum Anschluss eines weiteren Wohnhauses
  • Verbesserte Beheizung zuvor unterversorgter Veranstaltungs- und Aufenthaltsräume

Basierend auf dem realen Jahresverbrauch von 300 Schüttraummetern und einem Kessel-Wirkungsgrad von 95% erzeugt die 200 kW Anlage jährlich eine Nutzwärme von rund 213.750 kWh. Durch den Umstieg von den alten fossilen Heizungen auf den CO₂-neutralen Energieträger Holz spart Robert Große Hellmann jährlich exakt 62,9 Tonnen CO₂ ein.

Zusammenarbeit mit dp Energietechnik

Die Empfehlung für dp Energietechnik kam über den am Projekt beteiligten Architekten. Neben der technischen Auslegung war für den Betreiber vor allem die Betreuung im laufenden Betrieb relevant. Robert Große Hellmann lobt die unkomplizierte Zusammenarbeit und den Kundendienst von dp Eenrgietechnik:

„Die Zusammenarbeit ist sehr flüssig und sehr gut. Man wird durch den Kundendienst sehr gut betreut.“ – Robert Große Hellmann

Bei einer Biomasseheizung entscheidet das Zusammenspiel aller Komponenten über den zuverlässigen Betrieb. Brennstofflager, Austragung, Kessel, Filter, Pufferspeicher, Regelung und Wärmeverteilung müssen dauerhaft aufeinander abgestimmt sein und regelmäßig betreut werden. Ein gut erreichbarer Kundendienst und schnelle Ersatzteilverfügbarkeit tragen deshalb wesentlich zur Betriebssicherheit bei.

Aufbauplan einer Hackschnitzelheizung

Technische Planung

Für welche Betriebe eignet sich eine ähnliche Lösung?

Eine zentrale Hackschnitzelheizung dieser Größenordnung von 200 kW eignet sich besonders für landwirtschaftliche Betriebe und Höfe, auf denen mehrere Gebäude mit dauerhaftem oder wiederkehrendem Wärmebedarf nah beieinanderliegen.

Typische Anwendungsfälle sind:

  • Reiterhöfe mit Wohnungen, Reithalle, Sozial- und Aufenthaltsräumen,
  • Ferienhöfe mit Unterkünften und Gastronomie,
  • landwirtschaftliche Betriebe mit mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden,
  • Hofcafés und Veranstaltungsbetriebe,
  • Betriebe mit eigener oder regional verfügbarer Hackschnitzelquelle,
  • Standorte, an denen Öl- oder Flüssiggasheizungen ersetzt werden sollen,
  • gewachsene Hofanlagen mit späteren Erweiterungsmöglichkeiten.

Entscheidend ist nicht allein die installierte Leistung. Brennstoffqualität, Wärmebedarf, Leitungslängen, Gleichzeitigkeiten, Lagergröße und die Einbindung der Bestandsheizungen müssen immer gemeinsam betrachtet werden.

Du möchtest Restholz, Späne oder Hackschnitzel aus Deinem Betrieb effizient für die eigene Wärmeversorgung nutzen?

dp Energietechnik unterstützt Dich bei der Planung, Auslegung und Umsetzung einer passenden Biomasseheizung – inklusive Brennstofflogistik, Pufferspeicher, Anlagenintegration und zuverlässigem Service.

Fazit: Eine Heizzentrale für Wohnen, Gäste und Hofbetrieb

Der Landhof Große Hellmann zeigt, wie sich unterschiedliche Wärmeabnehmer auf einem gewachsenen Hof in einem gemeinsamen Biomassekonzept zusammenführen lassen. Die 200-kW-Hackschnitzelheizung ersetzt eine alte Ölheizung und zwei Flüssiggasheizungen, versorgt mehrere Gebäude über Wärmeleitungen und schafft zusätzliche Leistungsreserven für intensiv genutzte Aufenthalts- und Veranstaltungsräume.

Statt mehrere dezentrale Heizungen einzeln zu erneuern, entstand ein erweiterbares Versorgungssystem mit zentralem Brennstofflager, 6.000 Litern Puffervolumen und abgestimmter Regelungs- und Filtertechnik.

Hi, ich bin Dieter und dein Ansprechpartner für Beratungen im PLZ-Gebiet 2 und 4.

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