Kurzinformationen zu dieser Referenzanlage
Projektberater:
Bernd Tenbründel
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Referenzart:
Wärmetechnik
Typ:
75 kW - 100 kW
Energieträger:
Hackschnitzel
Anwendungen:
Landwirtschaft

Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien

Die Energiewende erfasst zunehmend auch die Produktionssektoren: Erneuerbare Energien sind in vielen Branchen und Anwendungen ideal geeignet, um die erforderliche Prozesswärme bereitzustellen. Das Fördermodul „Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien“ im Rahmen des Programms „Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“ (EEW) unterstützt Unternehmen aus Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft beim Übergang zu regenerativen Energiequellen für ihren Produktionsprozess. Dies gilt auch für den Familienbetrieb von Michael Lütke Brintrup in Münster. Lütke Brintrup betreibt eine energieintensive Ferkel- und Sauenaufzucht und plant, durch den Austausch der veralteten Gas- und Ölheizungen gegen eine effiziente Hackschnitzelheizung die Energieeffizienz seines Betriebs zu verbessern.

Heizomat Hackschnitzelheizung in einer Heizzentrale

RHK-AK 99P

Mit der AK-Baureihe können unterschiedlichste Biomassebrennstoffe energetisch genutzt werden. Egal ob eigener Heckenschnitt oder Waldhackgut vom örtlichen Brennstoffhändler.

Ausgangssituation

Der Betrieb umfasst zwei Ställe für die Sauen- und Ferkelaufzucht sowie ein altes Bauernhaus mit etwa 400 m² Wohnfläche. Der Energiebedarf wird derzeit durch Gas- und Ölheizungen gedeckt. Die Abferkelabteile im Sauenstall werden durch Twin-Rohre beheizt. Zusätzlich sind die einzelnen Abferkelbuchten mit beheizbaren Ferkelnestern ausgestattet, die als Fußbodenheizung zusätzlich Wärme liefern. Diese Ferkelnester bestehen aus Bodenplatten, durch die warmes Wasser fließt. Auch in der angrenzenden Ferkelaufzucht, den sogenannten Flatdecks, erfolgt die Beheizung über Twin-Rohre. Zwei Gasthermen mit jeweils 25 kW und 50 kW sorgen für die erforderlichen hohen Vorlauftemperaturen, um den großen Wärmebedarf zu decken. Der jährliche Flüssiggasverbrauch für beide Ställe liegt bei rund 25.000 Litern. Das Wohnhaus wird über eine 35 kW Heizölheizung beheizt, die jährlich etwa 4.000 Liter Heizöl verbraucht.

Hoher Energiebedarf und Heizungsoptimierung in der Schweinehaltung

Untersuchungen des Energieverbrauchs in der Schweinehaltung zeigen, dass insbesondere die Heizenergie einen erheblichen Anteil des Gesamtenergiebedarfs ausmacht. In der Ferkelaufzucht wie bei Lütke Brintrup ist der Heizenergiebedarf besonders hoch und macht rund 87 % des gesamten Energieverbrauchs aus. Dabei liegt der jährliche Verbrauch von 61 kWh pro Ferkelplatz. Bei der Sauenhaltung liegt der jährliche Heizenergieverbrauch bei etwa 341 kWh pro produktive Sau, was ebenfalls einen wesentlichen Teil der Betriebskosten ausmacht.

Diagramm zum Energieverbrauch in der Schweinezucht

Energiekosten in der Ferkelaufzucht (kWh/Tier/Jahr)

Quelle: Landtechnik Ausgabe 6.2009

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig eine effiziente Heizlösung für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs ist. Die geplante Umstellung auf eine Biomasseheizung stellt eine sinnvolle Maßnahme dar, um den hohen Heizenergiebedarf kosteneffizient und umweltfreundlich zu decken. Bestehende Wärmeverteilsysteme wie Twin-Rohre können weiterhin genutzt werden.

Umstieg auf Biomasseheizung für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Die Entscheidung fiel auf den Biomassekessel RHK-AK 99P von Heizomat, um eine nachhaltige und kosteneffiziente Heizlösung zu schaffen. Die neue Anlage wird zwei Pufferspeicher mit je 2.000 Litern Volumen beinhalten, die die Wärmeversorgung der Ställe und des Wohnhauses sicherstellen. In einem neu errichteten, brandsicheren Raum an der Maschinenhalle wir die neue Heizanlage installiert. Zusätzlich werden neue Nahwärmeleitungen mit einer Länge von ca. 110 m zu den Ställen und dem Wohnhaus verlegt.

Technische Planung einer Biomasseheizung

Technische Planung

Alte Heizzentrale mit neuer Speicherlösung

Im Zuge der Installation wird der bestehende Heizungsraum umgebaut und erweitert. Der neue Raum erfüllt alle brandschutztechnischen Anforderungen (F90) und bietet ausreichend Platz für die Kesselanlage, Pufferspeicher und die dazugehörige Verrohrung. Ein 1.000-Liter-Pufferspeicher wird zusätzlich im Keller des Wohnhauses installiert, um die Wärme effizient vorhalten zu können.

Pufferspeicher mit grauer Isolierung für ein Prozesswärmeprojekt

Heizzentrale und Pufferspeicher

Die Pufferspeicher sorgen für eine effiziente Wärmenutzung in den Ställen und dem Wohnhaus.

Brennstoffe und Fördermöglichkeiten

Als Brennstoff werden Waldhackgut und Mischholzarten wie Erle und Esche verwendet, die lokal aus Wallhecken gewonnen und zu Hackgut verarbeitet werden. Regelmäßige Pflegeschnitte erzeugen große Mengen potenziellen Brennmaterials, das oft ungenutzt entsorgt wird. Die AK-Baureihe ermöglicht es Lütke Brintrup, dieses Material effizient zu nutzen und gleichzeitig eine flexible und wirtschaftliche Brennstoffauswahl zu gewährleisten. So muss Lütke Brintrup mit dem Brennstoff aus eigener Produktion nur einen kleinen Teil seines Brennstoffbedarfs über den Zukauf beim örtlichen Brennstoffhändler decken.

Das Fördermodul „Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien“ der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) unterstützt Unternehmen bei der Umstellung auf regenerative Wärmequellen. Die Förderung umfasst Zuschüsse und zinsvergünstigte Kredite, die die Investitionen in erneuerbare Energien erleichtern.

Brennstoffbunker mit Hackschnitzeln für eine Biomasseheizung

Brennstoffbunker

Der Brennstoff lässt sich bequem über die großzügige Öffnung mithilfe eines Frontladers in den Bunker einfüllen.

Fazit

Mit der Umstellung auf die Biomasseheizung RHK-AK 99P von Heizomat setzt Familie Lütke Brintrup ein starkes Zeichen für Nachhaltigkeit und Effizienz in der Landwirtschaft. Durch die Integration erneuerbarer Energietechnologien sichern sie langfristig die Wärmeversorgung ihrer Ställe und des Wohnhauses auf umweltfreundliche und kostengünstige Weise. Die smarte Nutzung von eigenen Wall- und Heckenschnitten als Brennstoff senkt nicht nur die Betriebskosten, sondern reduziert auch die CO₂-Emissionen erheblich. Dank gezielter Förderprogramme für Prozesswärme wird die Investition in erneuerbare Energien zugänglicher und schneller rentabel.

Prozesswärme für die Ferkelaufzucht

Hi, ich bin Bernd und dein Ansprechpartner für Beratungen im PLZ-Gebiet 4.

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