Hackschnitzelheizung mitten im Stadtgebiet
Kann man eine leistungsstarke Hackschnitzelheizung mitten in einer Stadt betreiben?
Das Referenzprojekt Stollenwerk in Düren zeigt eindrucksvoll: Ja, das geht – und zwar wirtschaftlich, emissionsarm und zukunftssicher.
Auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen, heute genutzt als Wohnhaus mit mehreren Monteurswohnungen, installierte die dp Energietechnik GmbH eine 100 kW Biomasseheizung auf Basis von Holzhackschnitzeln – umgeben von dicht bebautem Wohngebiet.
Damit beweist dieses Projekt, dass erneuerbare Wärmeversorgung mit Holz auch dort realisierbar ist, wo man es zunächst nicht vermuten würde.
Ausgangslage: Hoher Wärmebedarf – Wärmepumpe nicht realisierbar
Der Betreiber des Hofs Stollenwerk stand vor einer klaren Herausforderung – ein Szenario, das viele Gebäudeeigentümer kennen:
Hinzu kamen bauliche Besonderheiten, die mit in der Umsetzung berücksichtig werden mussten. Ein Technikraum (F90), nur 2,50 m Deckenhöhe, ein angrenzender Rundbunker (3,5 m Durchmesser) sowie ein zu kleiner bestehender Kamin mit lediglich 180 mm Innendurchmesser.
Der Wunsch des Kunden war klar: Eine nachhaltige, langlebige und bezahlbare Wärmeversorgung bei maximaler Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Ein Blick in den Heizraum
Der 100 kW Hackschnitzelkessel (Heizomat RHK-AK 100) wurde in einem bestehenden Gebäude installiert. Moderne Filter- und Beschickungstechnik sorgen dafür, dass die Anlage auch in dicht besiedelter Umgebung emissionsarm und leise arbeitet.
Die Entscheidung: Biomasse statt fossiler Alternativen
Warum fiel die Wahl auf eine Hackschnitzelheizung – und nicht auf Pellets, Wärmepumpe oder Gas?
Mit der Entscheidung für eine Biomasseheizung sollte die Wärmeversorgung dauerhaft unabhängig von fossilen Preissprüngen und CO₂-Abgaben werden.
Die Lösung von dp Energietechnik: Maßgeschneidert in den Bestand integriert
Die dp Energietechnik GmbH setzte auf einen Heizomat RHK-AK 100 – einen robusten, bewährten und höchst effizienten Biomassekessel, ideal für variable Brennstoffe und hohe Dauerlast in Bestandsgebäuden.
Das Problem mit der geringen Raumhöhe lösten die dp-Techniker durch einen speziell angepassten, kurzen Flansch. Die alte Austragung, die über flexible Blattfedern verfügt, konnte weiter genutzt werden – ein Vorteil, der Aufwand, Kosten und Eingriffe in die Bausubstanz minimierte.
Technische Besonderheiten der Planung:
Der bisherige Kamin mit 180 mm Durchmesser war zu klein. Für den größeren Kessel wurde ein externer Edelstahlkamin mit 250 mm Durchmesser angebracht – sauber, unauffällig und optimal ausgelegt für den höheren Abgasvolumenstrom.

Technische Planung
Hackschnitzelheizung mitten in der Stadt – geht das wirklich?
Viele Betreiber glauben, Hackschnitzelheizungen seien nur auf dem Land umsetzbar. Doch dieses Projekt zeigt: Mit guter Planung ist der Einsatz auch im urbanen Raum absolut möglich.
Während auf dem Land die Brennstofflogistik eher unkompliziert ist, braucht es im städtischen Gebiet eine durchdachte Planung. In Düren konnte die ehemalige Scheune als Brennstofflager und natürlicher Schallschutz genutzt werden. Ein struktureller Vorteil, der die Anlage perfekt in ihre Umgebung einbettet.
Auch der bestehende Brennstoffbunker mit rund 3,5 m Durchmesser bietet ausreichend Platz für Hackschnitzel G30 bis G50 mit weniger als 30 % Restfeuchte. Die automatische Beschickung sorgt dafür, dass der tägliche Aufwand für den Betreiber minimal bleibt.
Gerade weil sich die Anlage in dicht bebautem Wohngebiet befindet, wurde besonderen Wert auf leisen Betrieb und geringe Emissionen gelegt. Moderne Reinigungssysteme und Partikelabscheider – gewährleisten, dass der Betrieb sauber und nahezu geräuscharm erfolgt.
Der örtliche Schornsteinfeger, der das Projekt bereits seit Jahren kennt und betreut, bestätigte alle notwendigen Voraussetzungen und begleitete die Umsetzung.

Brennstoffbunker
Das Bestandssystem konnte dank durchdachter Planung mit an die neuen Komponennten angebunden werden. Das ist effizient und gleichzeitig schonend für den Geldbeutel.
Wirtschaftlichkeit & Förderung: 35 % Zuschuss möglich
Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung des Betreibers war die langfristige Wirtschaftlichkeit. Biomasseheizungen gelten nicht nur als besonders nachhaltig, sondern auch als stabil und auf viele Jahre planbar in ihren Betriebskosten.
Für das Projekt Stollenwerk kamen mehrere Vorteile zusammen:
• BAFA-Förderung mit 35 % Zuschuss
• deutlich geringere Brennstoffkosten als bei Öl oder Gas
• unabhängige Wärmeversorgung aus regionalen Brennstoffen
• keine CO₂-Preisbelastungen durch den ETS II ab 2027
• hohe Versorgungssicherheit durch lokale Lieferwege
Damit schafft die Anlage eine langfristig berechenbare Grundlage für die Wärmeversorgung aller Gebäude. Gerade in Zeiten stark schwankender fossiler Energiepreise ein wichtiger Pluspunkt.
Klimafreundlich und zukunftssicher – ein Heizsystem mit Perspektive
Biomasseanlagen wie der Heizomat RHK-AK 100 nutzen Holz als regenerativen Rohstoff und arbeiten CO₂-neutral. Für den Betreiber bedeutet das nicht nur eine deutliche Reduktion der Emissionen, sondern auch die Erfüllung der Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2024), das mindestens 65 % erneuerbare Energien vorschreibt.
Außerdem bleibt eine solche Anlage von gesetzlichen CO₂-Zertifikatskosten verschont, die künftig fossile Heizsysteme erheblich verteuern werden.
Für viele Gebäudeverantwortliche wird Biomasse damit ökologisch und wirtschaftlich zur attraktivsten Lösung.
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Fazit: Hackschnitzelheizung mitten in der Stadt? Das Projekt Stollenwerk beweist es.
Das Projekt Stollenwerk zeigt eindrucksvoll, dass eine Hackschnitzelheizung nicht an ländliche Räume gebunden ist. Mit einer gut geplanten Logistik, der richtigen technischen Auslegung und einer sinnvollen Nutzung vorhandener Gebäude ist der Einsatz sogar mitten in einer Stadt problemlos möglich.
Für Betreiber, Vermieter, Unternehmen oder kommunale Einrichtungen mit hohem Wärmebedarf bietet diese Referenz wichtige Erkenntnisse: Wo Wärmepumpen an Grenzen stoßen, kann Biomasse die passende Alternative sein. Gerade wenn bauliche Voraussetzungen (Platz für Kessel und Lager) vorhanden sind, lohnt sich der Blick auf Hackschnitzelheizungen. Sie verbinden modernste Technik mit dem Traditionsbrennstoff Holz und ermöglichen eine energiepolitisch sinnvolle Wärmewende im Kleinen wie im Großen.





