Kurzinformationen zu dieser Referenzanlage
Projektberater:
Dennis Lößel
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Referenzart:
Wärmetechnik
Typ:
150 kW - 200 kW
Energieträger:
Hackschnitzel
Anwendungen:
Landwirtschaft

Wenn die Gasheizung an ihre Grenzen kommt

Die Ausgangslage beim Lohnunternehmer Carsten Bichel war klar definiert: Rund 1.000 m² Wohnfläche wurden bisher über mehrere einzelne Gasthermen beheizt.

Mit steigenden Energiepreisen, wachsendem Wärmebedarf und dem Wartungsaufwand mehrerer einzelner Anlagen wurde schnell deutlich, dass dieses System weder wirtschaftlich noch zukunftsfähig ist.

Parallel dazu sollten im Betrieb von Carsten Bichel mehrere Gebäude in eine gemeinsame Versorgung überführt werden. Darunter auch Objekte außerhalb des eigenen Grundstücks. Zusätzlich war bereits absehbar, dass eine Werkstattfläche von 300–400 m² künftig mit eingebunden werden soll.

Damit stand nicht nur ein Heizungstausch an, sondern eine Grundsatzentscheidung: weiterhin mehrere Gaslösungen betreiben oder auf ein zentrales System umstellen, das alle Gebäude zusammenführt.

Die Wahl fiel auf eine Hackschnitzelheizung mit Nahwärmenetz, die genau diese Struktur abbildet. Die Wärme wird zentral erzeugt und auf mehrere Gebäude verteilt, auch über Grundstücksgrenzen hinweg.

200 kW Hackschnitzelanlage im Heizraum in Nortorf

Zentrale 200 kW Hackschnitzelanlage ersetzt mehrere Gasheizungen und versorgt Gebäude über Nahwärmenetz in Nortorf

Technische & wirtschaftliche Herausforderung

Die Herausforderung bestand nicht nur im Austausch der einzelnen Gasheizungen, sondern in der Neuausrichtung des gesamten Versorgungskonzepts.

  • Abhängigkeit von volatilen Gaspreisen
  • Mehrere Einzelanlagen mit Wartungsaufwand
  • Keine sinnvolle Erweiterbarkeit

Gesucht war daher eine Alternative, die wirtschaftlich kalkulierbar ist sowie gleichzeitig mehrere Gebäude in einem System zusammenführt und zentral versorgen kann.

Zusätzlich mussten technische Anforderungen berücksichtigt werden:

  • Automatisierter Betrieb der Anlage

  • Leitungsführung zu externen Gebäuden
  • Ausreichende Pufferspeicherkapazität (2 x 5.000 Liter)

  • Sicherstellung stabiler Vorlauftemperaturen bis 80 °C

Gleichzeitig sollte die Anlage auch mit unterschiedlichen Brennstoffqualitäten zuverlässig betrieben werden können, um flexibel auf verfügbare Materialien reagieren zu können.

Hackschnitzelbunker und Lagerkonzept vor Ort

Gut erreichbarer Hackschnitzelbunker als zentrale Brennstoffversorgung der Biomasseheizung.

Lösungsstrategie von dp Energietechnik

Als Alternative zur Gasheizung wurde eine zentrale Hackschnitzelheizung mit 200 kW Leistung umgesetzt.

Der entscheidende Unterschied: Statt mehrerer einzelner Wärmeerzeuger entsteht ein zentrales System, das alle Gebäude effizient versorgt.

Die Lösung kombiniert:

Brennstoff aus Knickpflege

Als Brennstoff werden überwiegend Holzhackschnitzel aus regionalen Knicks genutzt. Das reduziert nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, sondern sorgt auch für dauerhaft kalkulierbare Wärmekosten.

Im Unterschied zu klassischen Hackschnitzelheizungen kann die eingesetzte Biomasseheizungen auch Hackgut mit höherem Grünanteil, etwa aus der Knickpflege, sicher und störungsarm verwerten.

Nahwärmeleitungen im Heizraum

Nahwärmeleitungen führen direkt vom Heizraum unterirdisch zu mehreren Gebäuden und ersetzen einzelne Gasheizungen.

Umsetzung & Besonderheiten

Für das Lohnunternehmen von Carsten Bichel umfasste die Umsetzung neben der Heizzentrale auch die komplette Infrastruktur:

  • Aufbau eines Nahwärmenetzes zu mehreren Gebäuden
  • Integration von zwei Gebäuden außerhalb des Hauptgrundstücks
  • Einbindung von Pufferspeichern zur Lastabdeckung
  • Vorbereitung für den Anschluss einer Werkstatt mit 300–400 m² zu beheizender Fläche

Besonderes Augenmerk lag auf der Dimensionierung des Systems: Die Anlage deckt den aktuellen Bedarf zuverlässig ab und bietet gleichzeitig Reserven für zukünftige Erweiterungen.

Technische Planung

Konkrete Ergebnisse

Die neue Anlage ersetzt vollständig die bisherige Gasversorgung und überführt mehrere Gebäude in ein zentrales Wärmesystem.

  • 200 kW zentrale Heizleistung statt mehrerer Gasthermen
  • Versorgung von über 1.000 m² Wohnfläche
  • Integration mehrerer Gebäude – auch außerhalb des Grundstücks
  • Wärmekosten von ca. 6–7 ct/kWh (inkl. Betrieb und Invest)

Im Vergleich zur bisherigen Gaslösung bedeutet das vor allem eines: deutlich bessere Planbarkeit der laufenden Energiekosten und eine klare Unabhängigkeit von fossilen Preisschwankungen.

Gleichzeitig ist das System so ausgelegt, dass zusätzliche Verbraucher jederzeit integriert werden können ohne neue Heiztechnik installieren zu müssen.

Kundenstimme

„Für uns war entscheidend, dass wir nicht nur die bestehende Heizung ersetzen um Energie- und Wartungskosten zu reduzieren, sondern gleich eine Lösung für mehrere Gebäude schaffen. Genau das wurde umgesetzt.“ – Carsten Bichel, Lohnunternehmer

Hackgut aus der Knickpflege

Die Biomasseanlage kann auch Hackgut mit höherem Grünanteil, etwa aus der Knickpflege, zuverlässig verwerten.

Gasheizung wird zum Kostenrisiko?

Du hast mehrere Gebäude, steigende Preise und immer mehr Aufwand durch einzelne Anlagen? Wir zeigen dir, wie du das System vereinfachst und deine Wärmeversorgung wieder kalkulierbar machst.

Fazit:

Der Austausch der Gasheizung macht in diesem Projekt klar, welches Potenzial eine Hackschnitzelheizung bietet, vor allem wenn mehrere Gebäude versorgt werden sollen.

An die Stelle steigender Gaspreise und wachsender Systemkomplexität tritt eine zentrale Lösung, die wirtschaftlich arbeitet und sich bei Bedarf erweitern lässt.

Wenn du vor der Entscheidung stehst, deine Gasheizung zu ersetzen, ist ein Hackschnitzel-Nahwärmekonzept eine sinnvolle Option, besonders bei mehreren Gebäuden oder weiter wachsendem Wärmebedarf.

Hi, ich bin Dennis und dein Ansprechpartner für Beratungen im PLZ-Gebiet 2.

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