Nachhaltige Biomassewärme im Brainergy Park
Hans Lamers Bau ist seit fast 100 Jahren im Raum Aachen–Köln eine feste Größe im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau. Mit dem Umzug an den neuen Standort im Brainergy Park Jülich hat das Unternehmen nicht nur räumlich expandiert, sondern auch die Chance genutzt, die Energieversorgung konsequent neu zu denken.
Am neuen Firmensitz entstehen moderne Büroflächen, Werkstätten sowie Produktions- und Lagerbereiche mit ganzjährig hohem Wärmebedarf. Genau hier setzt das neue Wärmekonzept an: Kombination aus Wärmepumpen und einer leistungsstarken Biomasseheizung mit 200 kW Nennleistung.

Neuer Unternehmensstandort der Hans Lamers Bau GmbH in Jülich
Der Neubau der Hans Lamers Bau GmbH im Brainergy Park Jülich vereint Verwaltung, Produktion und Lager an einem Standort und wird nachhaltig mit einer 200 kW Biomasse-Hackschnitzelheizung versorgt.
Brainergy Park Jülich: Reallabor der Energiewende
Der Brainergy Park Jülich steht für innovative Energiekonzepte und dient als Reallabor für die Energiewende. Ein sogenanntes Low-Ex-Energienetz mit niedrigen Netztemperaturen bildet die Grundlage für eine besonders effiziente Wärme- und Kälteversorgung.
Die Idee dahinter:
In dieses Umfeld fügt sich die Hackschnitzelheizung von Hans Lamers Bau sinnvoll ein: Sie ergänzt das Quartierskonzept um eine robuste, grundlastfähige Wärmeerzeugung aus regionaler Biomasse und sorgt für Versorgungssicherheit unabhängig von fossilen Energieträgern.
Ausgangssituation: Hoher Wärmebedarf trifft steigende Energiekosten
Die Heizlasten für den Neubau wurden durch Waning Anlagenbau ausgelegt. Schnell zeigte sich: Wärmepumpen allein reichen für den dauerhaften Betrieb nicht aus. Gleichzeitig fallen im Unternehmen regelmäßig naturbelassenes Altholz sowie Mischholz an, deren Entsorgung bislang Kosten verursachte.
Die zentrale Frage lautete daher:
Wie lässt sich der hohe Wärmebedarf effizient decken – und vorhandene Holzressourcen sinnvoll nutzen?
Mit der Entscheidung für eine Biomasseheizung sollte die Wärmeversorgung dauerhaft unabhängig von fossilen Preissprüngen und CO₂-Abgaben werden.
Die Lösung: Hybrid-Heizkonzept mit 200 kW Biomasseleistung
Für die Wärmeversorgung kommt eine Heizomat RHK-AK 200P mit 200 kW Nennleistung zum Einsatz. Die Anlage ist für den Dauerbetrieb in Gewerbebetrieben konzipiert und arbeitet vollautomatisch vom Brennstofftransport bis zur Entaschung.
Kombiniert mit Wärmepumpen, wird daraus ein durchdachtes Hybrid-System.
Die Hackschnitzelheizung übernimmt die Grundlast, reduziert den Bedarf an fossilen Spitzenlastkesseln und macht den Betrieb unabhängiger von volatilen Energiepreisen. Die Wärmepumpen werden in ihrem optimalen Effizienzbereich ergänzend eingesetzt. Dieses Zusammenspiel sorgt für hohe Versorgungssicherheit, stabile Betriebskosten und eine deutliche Reduzierung fossiler Energieanteile.
Das Ergebnis: Ein klarer Win-win-Effekt für den Betrieb
„Die Herausforderung bestand darin, Wärmepumpen, Biomasseanlage und weitere Systeme so zu verknüpfen, dass alle Komponenten miteinander kommunizieren. Genau hier hat dp Energietechnik ihre Erfahrung ausgespielt und die Integration sauber begleitet.“ – Jonas Stödtke (Projektleiter Waning Anlagenbau)

Was tun mit Einwegpaletten und Produktionsresthölzern? Die Behrens-Gruppe setzt auf nachhaltige Wärme aus Biomasse: Mit moderner Heiztechnik von Heizomat und einem Holzhacker wird Restholz direkt vor Ort in CO₂-neutrale Wärme verwandelt. Das ist umweltfreundlich und für den Betrieb extrem wirtschaftlich.
Technik & Umsetzung im Überblick
Die komplette Heizzentrale wurde in einer Halle integriert und für den dauerhaften Gewerbebetrieb ausgelegt:
„Hilfreich war, dass wir uns die Technik vorab live anschauen konnten. Am dp Campus von dp Energietechnik ließ sich schnell beurteilen, welche Anlage für das Konzept am besten geeignet ist.“ – Jonas Stödtke (Projektleiter Waning Anlagenbau)

Technische Planung
Nutzung eigener Holzressourcen: Entsorgungsproblem wird Energiequelle
Ein wesentlicher Vorteil für Hans Lamers Bau liegt in der Brennstoffstrategie:
Das im Betrieb anfallende Restholz wird heute direkt energetisch genutzt, statt kostenpflichtig entsorgt zu werden. Die Logistik ist unkompliziert – ein Schlepper mit Frontlader steht zur Bunkerbefüllung zur Verfügung.
So entsteht ein klarer wirtschaftlicher und ökologischer Mehrwert:
Nachhaltigkeit im Betrieb messbar gemacht
Die Biomasseanlage leistet einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz:
Im Vergleich zu einer Ölheizung werden jährlich rund 95 Tonnen CO₂ eingespart. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahres-CO₂-Ausstoß von über 68 Mittelklasse-Pkw.
Damit fügt sich die Anlage stimmig in das nachhaltige Gesamtkonzept des Brainergy Parks ein – ohne dabei die betrieblichen Anforderungen aus dem Blick zu verlieren.

Heizzentrale mit 200 kW Biomasseleistung
Blick in den Heizraum mit der installierten Heizomat RHK-AK 200P Biomasseheizanlage, Aschecontainer und Steuerung.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für partnerschaftliche Zusammenarbeit über alle Projektphasen hinweg. Klare Zuständigkeiten, kurze Abstimmungswege und ein gemeinsames Verständnis für Qualität und Nachhaltigkeit waren dabei entscheidend für den Projekterfolg.
Hans Lamers Bau GmbH übernahm als Bauherr die Bereitstellung der Flächen, die Organisation der Logistik sowie die Versorgung mit Brennstoff und brachte frühzeitig die Anforderungen aus dem laufenden Betrieb ein.
Waning Anlagenbau GmbH verantwortete die Planung der Wärmeverteilung und die Integration der Wärmepumpen und sorgte dafür, dass alle Gewerke technisch sauber zusammenspielten.
dp Energietechnik GmbH zeichnete sich für die Auslegung, Lieferung und Inbetriebnahme der Biomasseheizung verantwortlich – inklusive Brennstofftechnik, Pufferspeichern und Emissionsminderung – und begleitete das Projekt als zentraler Ansprechpartner.
Durch diese enge Zusammenarbeit entstand ein Wärmekonzept, das den hohen technischen Anforderungen des Neubaus und den wirtschaftlichen und nachhaltigen Zielen des Unternehmens gerecht wird.
Fazit: Praxisbeispiel für nachhaltige Wärme im Gewerbebau
Mit der 200 kW-Hackschnitzelheizung zeigt die Hans Lamers Bau GmbH, wie Unternehmen ihre Energieversorgung wirtschaftlich und zukunftssicher gestalten können. Die Kombination aus Biomasse und Wärmepumpe, die Nutzung eigener Holzressourcen und die saubere Emissionstechnik machen das Projekt zu einem überzeugenden Referenzbeispiel für moderne Gewerbebauten.







