Von EEG-Förderung zu Flexbetrieb
Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung stehen viele Biogasanlagenbetreiber vor einer entscheidenden Weichenstellung: Wie lässt sich die Anlage wirtschaftlich weiter betreiben, wenn die garantierte Vergütung entfällt? Die ReLaPo GmbH in Hopsten hat frühzeitig reagiert und ein zukunftsweisendes Konzept umgesetzt. Durch die Umstellung auf eine flexible Fahrweise der bestehenden Blockheizkraftwerke (BHKW) und die Ergänzung um eine leistungsstarke 800 kW Biomasseheizung von dp Energietechnik wird die Wärmeversorgung nicht nur gesichert, sondern auch deutlich nachhaltiger gestaltet. Das Projekt zeigt, wie sich Biogasanlagen mit intelligenten Wärmelösungen erfolgreich in die Zeit nach dem EEG überführen lassen und dabei gleichzeitig die Anforderungen der kommunalen Wärmeplanung nach GEG erfüllen.

Heizomat RHK-AK 800 PZ
Mit einer Nennwärmeleistung von 800 kW übernimmt die Biomasseheizung zuverlässig die Wärmeversorgung der angeschlossenen Haushalte, sobald die BHKWs außer Betrieb sind und bietet zugleich ausreichend Leistungsreserven für den weiteren Ausbau des Wärmenetzes.
EEG-Förderung läuft aus – neue Herausforderungen für Biogasanlagenbetreiber
Die ReLaPo GmbH betreibt in Hopsten eine leistungsstarke Biogasanlage mit zwei Blockheizkraftwerken (BHKW). Über ein bestehendes Fernwärmenetz werden bereits 27 Wohnhäuser zuverlässig mit Wärme versorgt – ein etabliertes System, das bislang von der EEG-Förderung profitierte.
EEG-Auslauf zwingt zum Umdenken
Mit dem bevorstehenden Ende der EEG-Förderung und der geplanten Umstellung auf eine stromgeführte Fahrweise der BHKWs stand das Unternehmen jedoch vor einer zentralen Herausforderung: Die Wärmeversorgung konnte künftig nicht mehr dauerhaft über die BHKWs sichergestellt werden – insbesondere in den Wintermonaten, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist.
Ausbau des Wärmenetzes erhöht den Bedarf
Parallel dazu plante ReLaPo eine Erweiterung des Fernwärmenetzes auf bis zu 67 Gebäude, darunter auch öffentliche Einrichtungen wie eine Schule und ein Vereinsheim. Der theoretisch ermittelte Gesamtwärmebedarf von bis zu 2,7 Mio. kWh jährlich überstieg jedoch deutlich die gesicherte Wärmeleistung der bestehenden Infrastruktur.
Damit war klar: Es musste eine zusätzliche, zuverlässige und regenerative Wärmequelle gefunden werden – um Versorgungslücken zu vermeiden und die Zukunftsfähigkeit der Anlage zu sichern.
Flex-BHKW und Hackschnitzelheizung sichern Wärmeversorgung nach EEG
Die Biogasanlage der ReLaPo GmbH besteht aus zwei flexibilisierten Anlagen und produziert jährlich rund 2,3 Millionen Nm³ Biogas. Die ursprüngliche Gesamtanlage speiste über zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer addierten Leistung von 694 kW el. ins Netz ein (440 kW el. in Anlage 1 und 254 kW el. in Anlage 2).
Im Zuge der Flexibilisierung wurden beide Anlagen massiv erweitert, um auf eine stromgeführte Fahrweise umzustellen – also den Betrieb der BHKWs abhängig vom Strompreis und der Netzfrequenz zu steuern. Anlage 1 wurde von 440 kW el. um ein Flex-BHKW mit 1,5 MW el. ergänzt. Anlage 2 wurde von 254 kW el. um ein Flex-BHKW mit 901 kW el. ergänzt. Dies führt zu einer Gesamtkapazität von knapp mehr als 3 MW elektrischer Leistung.
Die Anlage versorgt über ihre BHKWs ein bestehendes Fernwärmenetz. Dieses Wärmenetz hatte ursprünglich 30 Abnehmer und wurde in der Zwischenzeit um 60 weitere Abnehmer ergänzt.
Fazit: Im Zuge der Umstellung auf die flexible, stromgeführte Fahrweise war klar, dass die gestiegene Wärmeversorgung von nunmehr 90 Abnehmern nicht mehr dauerhaft und zuverlässig über die fluktuierend betriebenen BHKWs gewährleistet werden kann. Um die Anlage zukunftssicher zu machen und die Wärmeversorgung auch bei abgeschalteten BHKWs zu sichern, wurde das System umfassend erweitert:
Die Kombination aus Flex-BHKW, Pufferspeicher und Hackschnitzelheizung für Spitzenlast macht die Anlage hochgradig flexibel und wirtschaftlich und ermöglicht den Weiterbetrieb der Biogasanlage nach dem EEG. Gleichzeitig erfüllt das System die Anforderungen der kommunalen Wärmeplanung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und ist förderfähig über die BEW – Bundesförderung für effiziente Wärmenetze.
Schematische Darstellung des Anlagenkonzepts einer Biogasanlage
Mit dem Ende der subventionierten Einspeisevergütung liegt der Fokus auf der Aufbereitung von Biogas zu Biomethan. Da das BHKW entfällt und keine Abwärme mehr entsteht, übernimmt nun eine Biomasseheizung die Versorgung mit regenerativer Wärme.
Förderung & Wirtschaftlichkeit: BEW-Zuschüsse nutzen
Um die Investition in die neue Hackschnitzelheizung und die Erweiterung des Wärmenetzes wirtschaftlich abzusichern, hat die ReLaPo GmbH frühzeitig einen Förderantrag im Rahmen der BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze) gestellt. Zusätzlich wurde ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn eingereicht, um keine Zeit zu verlieren und das Projekt zügig umzusetzen.

Biogasanlagenbetreiber stehen nach dem Ende der EEG-Vergütung vor einer Herausforderung. Familie Wolters hat ihr Anlagenkonzept überarbeitet und sich mit einer Biomasseheizung neue, wirtschaftliche Optionen eröffnet.
Bis zu 40 % Förderung für Wärmenetze und Biomasseheizungen
Die BEW-Förderung bietet attraktive Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie die Installation von Biomasseheizungen, Pufferspeichern und die Optimierung von Wärmenetzen. Je nach Maßnahme und Projektstruktur sind Förderquoten von bis zu 40 % möglich – ein entscheidender Vorteil für Betreiber, die ihre Biogasanlage nach dem EEG wirtschaftlich weiter betreiben und gleichzeitig die Anforderungen der kommunalen Wärmeplanung nach GEG erfüllen möchten. dp Energietechnik unterstützt Kunden aktiv bei der Fördermittelbeantragung und sorgt dafür, dass alle technischen und formalen Voraussetzungen erfüllt sind – für maximale Planungssicherheit und Förderfähigkeit.

Technische Planung
Bedeutung für die Energiewende und kommunale Wärmeplanung
Das Projekt der ReLaPo GmbH zeigt eindrucksvoll, wie die Kombination aus Biogasanlage und Biomasseheizung zur Versorgungssicherheit in ländlichen Regionen beiträgt.
Gerade in Zeiten, in denen fossile Energieträger an Bedeutung verlieren und die EEG-Förderung ausläuft, bietet das Konzept eine stabile, regionale und erneuerbare Alternative.
Die flexible Fahrweise der BHKWs in Verbindung mit der Hackschnitzelheizung ermöglicht eine bedarfsgerechte, CO₂-neutrale Wärmeversorgung – unabhängig von Strompreisschwankungen oder Netzlast.
Unterstützung der kommunalen Wärmeplanung nach GEG
Darüber hinaus leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Wärmeplanung gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG). Kommunen stehen zunehmend in der Pflicht, nachhaltige Wärmestrategien zu entwickeln. Die Kombination aus Biogas und Biomasse bietet hier eine praxisnahe Lösung, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt und sich in bestehende Wärmenetze integrieren lässt.
Zukunftsfähiges Gesamtsystem für die Energiewende
Durch die intelligente Verknüpfung von Flex-BHKW, Pufferspeicher und Hackschnitzelheizung entsteht ein ganzheitliches Wärmekonzept, das zeigt: Erneuerbare Energien aus regionaler Landwirtschaft sind ein Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende.
Landwirte als Energiewirte und Motor der ländlichen Wärmewende
Die Landwirtschaft spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Viele Landwirte entwickeln sich vom klassischen Produzenten zum Energiewirt – und übernehmen damit Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung ihrer Region. Durch den Betrieb von Biogasanlagen, den Einsatz von Biomasseheizungen und die Bereitstellung regenerativer Wärme werden sie zu zentralen Akteuren der Energiewende auf dem Land.
Diese neue Rolle eröffnet wirtschaftliche Chancen und schafft zukunftssichere Geschäftsmodelle – von der regionalen Wärmeversorgung bis hin zur Teilnahme an kommunalen Wärmenetzen.
Gleichzeitig trägt sie dazu bei, Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in ländlichen Räumen zu sichern.

Heizzentrale und Brennstoffbunker
Die neu errichtete Heizzentrale mit anliegendem Brennstoffbunker beherbergt den Kessel, Multizyklon zur Abgasreinigung, den Aschecontainer, sowie die Kaminanlage.
Warum dp Energietechnik? Erfahrung und Kompetenz in Wärmelösungen
Die ReLaPo GmbH entschied sich bewusst für die Zusammenarbeit mit dp Energietechnik. Ausschlaggebend war nicht nur der hohe Bekanntheitsgrad unseres Unternehmens in der Region, sondern auch die langjährige Erfahrung mit leistungsstarken Biomasseheizungen und komplexen Wärmenetzsystemen.
Technische Expertise und starke Referenzen überzeugen
Bereits ein benachbartes Biogasunternehmen – die Firma Stegemann – hatte erfolgreich eine 500 kW Hackschnitzelheizung von dp Energietechnik installiert und positiv über die Zusammenarbeit berichtet. Diese Referenz, kombiniert mit unserer technischen Expertise und der Fähigkeit, auch große Projekte zuverlässig umzusetzen, überzeugte den Investor.
Als Spezialist für Flex-BHKW-Integration, intelligente Steuerungssysteme und förderfähige Wärmelösungen bietet dp Energietechnik nicht nur Produkte, sondern ganzheitliche Konzepte für die Zeit nach dem EEG. Unsere Lösungen sind praxisnah, wirtschaftlich und zukunftssicher und werden von einem erfahrenen Team am dp-campus in Gescher entwickelt und betreut.

Holzhackschnitzel als Biomassebrennstoff
Als Brennstoff kommt hier regionales Hackgut aus Mischholz zum Einsatz – mit einer Körnung gemäß G50 / neu P31s.
Du betreibst eine Biogasanlage – und fragst dich, wie es nach dem EEG weitergehen soll?
Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dein Wärmekonzept neu zu denken. Mit flexiblen BHKWs, intelligenter Speichertechnik und einer förderfähigen Hackschnitzelheizung bieten wir dir eine Lösung, die wirtschaftlich, zukunftssicher und CO₂-neutral ist. Wir begleiten dich von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage und darüber hinaus. Damit deine Wärmeversorgung auch nach dem EEG zuverlässig funktioniert.
Fazit: Biogasanlagen fit für die Zukunft machen – mit dp Energietechnik
Mit der Kombination aus Flex-BHKW, großem Pufferspeicher und einer leistungsstarken Hackschnitzelheizung hat die ReLaPo GmbH ein zukunftsweisendes Wärmekonzept umgesetzt, das nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern auch die Anforderungen der Energiewende erfüllt. Die Anlage ist flexibel, wirtschaftlich und CO₂-neutral und zeigt, wie Biogasanlagen auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung erfolgreich weiterbetrieben werden können.
dp Energietechnik hat das Projekt mit technischer Expertise, regionaler Erfahrung und einem klaren Verständnis für die Herausforderungen der Branche begleitet. Das Projekt dient als praxisnahes Beispiel für Landwirte und Biogasanlagenbetreiber, die ihre Energieversorgung neu denken und nachhaltig weiterentwickeln möchten – oder müssen.







