
Vom Scheitholzkessel zur zentralen Nahwärmeversorgung
Auf dem Ferienhof Rörig-Plenz von Alexander Rörig kamen mehrere Entwicklungen gleichzeitig zusammen: Die bestehende Stückholzheizung hatte 18 Jahre zuverlässig gearbeitet, neue Ferienwohnungen waren entstanden, ein Mietshaus sollte mit Wärme versorgt werden und mehrere angrenzende Wohngebäude suchten eine Alternative zu ihren bisherigen Ölheizungen.
Statt jedes Gebäude einzeln weiter zu beheizen, wurde die Wärmeversorgung neu gedacht: zentral, mit eigenem Brennstoff und mit einer Technik, die den höheren Wärmebedarf des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs abdecken kann. Die Entscheidung fiel auf eine 300-kW-Hackschnitzelheizung mit Nahwärmeverteilung über den Hof.
Eigenes Waldhackgut als Grundlage des Wärmekonzepts
Ein wesentlicher Vorteil des Betriebs ist der eigene Forstbestand. Naturbelassenes Holz und anfallendes Käferholz können aufbereitet, gelagert und als Waldhackgut energetisch genutzt werden.
Damit ist der Brennstoff nicht nur regional verfügbar, sondern bereits in die betrieblichen Abläufe eingebunden. Schlepper und Frontlader stehen für Transport und Beschickung zur Verfügung. Zusätzliche Spezialtechnik für die alltägliche Brennstofflogistik ist deshalb nicht erforderlich.
Das Wärmekonzept verbindet den kontinuierlichen Bedarf der Gebäude mit den vorhandenen Ressourcen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.
Die technische Lösung mit 300 kW
dp Energietechnik plante für das Projekt einen Heizomat RHK-AK 300 mit 300 kW Leistung. Der Biomassekessel ist für naturbelassenes Waldhackgut ausgelegt und übernimmt die zentrale Wärmeerzeugung für die angeschlossenen Gebäude.
Zum Anlagenkonzept gehören außerdem:
Die Komponenten wurden nicht isoliert betrachtet. Entscheidend war die Abstimmung von Brennstofflager, Austragung, Kessel, Wärmespeicherung, Emissionsminderung und Nahwärmeverteilung.

Mit 300 kW Nennwärmeleistung verwertet diese Biomasseheizung von Heizomat das regional verfügbare Waldhackgut des Fereinhofes Rörig-Plenz.
Heizraum und Brennstofflager im ehemaligen Fahrsilo
Als Standort für die Heizzentrale konnte ein ehemaliges Fahrsilo genutzt werden. Dort entstanden der Heizraum und der vorgelagerte Hackchnitzelbunker.
Die Lage des Bunkers ermöglicht eine einfache Befüllung mit der vorhandenen Hoftechnik. Das Waldhackgut wird über die Bunkerfräse und die anschließende Fördertechnik automatisch zum Kessel transportiert.
Durch die Nutzung der bestehenden Fläche fügt sich die neue Wärmeversorgung gut in die vorhandene Hofstruktur ein. Gleichzeitig bleiben die Wege für Anlieferung, Lagerung und Beschickung kurz.

Heizgebäude im ehemaligen Fahrsilo für eine 300-kW-Hackschnitzelheizung. Mit anliegendem Brennstoffbunker und Hackschnitzellager.
Nahwärme für mehrere Nutzungsbereiche
Vom Heizgebäude gelangt die erzeugte Wärme über eine Nahwärmeleitung zu den angeschlossenen Verbrauchern. Dazu gehören mehrere Gebäude beziehungsweise Übergabestationen:
So entsteht eine gemeinsame Wärmeinfrastruktur für Wohnen, Landwirtschaft und Urlaub auf dem Bauernhof. Dezentrale Heizsysteme können dadurch ersetzt oder entlastet werden.

Über Nahwärmeleitungen versorgt der 300 kW Kessel den landwirtschaftlichen Hof, Ferienwohnungen und Wohngebäude mit Wärme.
Nutzen für den Betreiber und die Umwelt
Die zentrale Hackschnitzelheizung verbindet drei wesentliche Vorteile:
Gegenüber der bisherigen Scheitholzheizung ist die Brennstoffzufuhr weitgehend automatisiert. Gleichzeitig lässt sich die Wärmeversorgung besser an die gewachsene Betriebsstruktur anpassen.
Bei 300 kW Kesselleistung und 1.800 Vollaststunden erzeugt die Anlage rechnerisch rund 540.000 kWh Wärme pro Jahr. Im Vergleich zu einer Wärmeversorgung mit Heizöl spart die Hackschnitzelheizung damit rund 160 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Grundlage ist der Einsatz von naturbelassenem Waldhackgut aus dem eigenen Forst statt fossilem Heizöl.
Warum dp Energietechnik?
Der Kontakt zu dp Energietechnik entstand über die Firma DAUS und über Bekannte des Betreibers, bei denen bereits Kesseltechnik von dp Energietechnik im Einsatz ist. Entscheidend waren die positiven Erfahrungen mit den Heizomatkesseln im Umfeld und die Einschätzung, dass die Technik zuverlässig zum geplanten Nahwärmekonzept passt.
Der Betreiber beschreibt die Zusammenarbeit in Planung und Durchführung grundsätzlich positiv. Auch bei Problemen wurde unterstützt. Für ein Projekt mit mehreren Gebäuden, Förderanforderungen, eigenem Brennstoff und neuer Nahwärmeleitung war diese Begleitung ein wichtiger Teil der Umsetzung.

Fazit
Der Ferienhof Rörig-Plenz nutzt die vorhandenen Stärken seines Standorts: eigenen Forst, vorhandene Hoftechnik, passende Flächen und einen wachsenden Wärmebedarf durch Ferienwohnungen und weitere Gebäude. Die 300-kW-Hackschnitzelheizung bündelt diese Anforderungen in einer zentralen Nahwärmelösung und macht die Wärmeversorgung unabhängiger von Stückholzarbeit und steigenden Heizölpreisen.
Wer einen landwirtschaftlichen Betrieb, mehrere Wohngebäude oder Ferienwohnungen mit eigener Biomasse versorgen möchte, sollte Wärmebedarf, Brennstofflogistik, Förderfähigkeit und Nahwärmeverteilung frühzeitig zusammen planen.









