Kurzinformationen zu unserem Blogbeitrag
Beitrags-Autor: Jan
Durchschnittliche Lesezeit: 13 Min.
Kategorie: Politik
Veröffentlichungsdatum: November 2025
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Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland befindet sich derzeit nicht in einer akuten Gasmangellage.
  • Die Gasspeicher müssen bis zum Winter 2026/27 noch deutlich weiter befüllt werden.
  • Bei einem extrem kalten Winter wären nach aktuellen Modellen Engpässe möglich.
  • Wahrscheinlicher als ein vollständiger Gasmangel sind zunächst steigende und stark schwankende Gaspreise.
  • Für Unternehmen bleibt eine langfristig kalkulierbare und möglichst unabhängige Wärmeversorgung strategisch relevant.
  • Die deutschen Gasspeicher sind aktuell zu 45,7 % gefüllt. Datenstand: 23. Juli 2026.

Tagesaktueller Datenstand

Aktueller Füllstand der deutschen Gasspeicher

Speicherfüllstand 45,7 %
Abstand zum Vorjahr −12,5 Pp Vorjahreswert: 58,2 %
Gasmenge im Speicher 112,6 TWh
Datenstand 23. Juli 2026

Die deutschen Gasspeicher sind aktuell zu 45,7 Prozent gefüllt. Am gleichen Tag des Vorjahres lag der Speicherfüllstand bei 58,2 Prozent . Der aktuelle Wert liegt damit 12,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert . Seit dem Vortag ist der Füllstand um 0,08 Prozentpunkte gestiegen . Die gespeicherte Gasmenge beträgt rund 112,6 TWh . Datenstand: 23. Juli 2026 .

Quelle: GIE AGSI+ . Die Angaben können vorläufig sein und durch spätere Meldungen rückwirkend angepasst werden.

Wie voll sind die deutschen Gasspeicher aktuell?

Den aktuellen Füllstand, die gespeicherte Gasmenge und den Vergleich zum Vorjahr zeigt unsere täglich aktualisierte Übersicht oben. Der Speicherstand steigt während der Befüllungssaison, liegt jedoch weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Bis zum Beginn der Heizperiode müssen deshalb noch erhebliche Gasmengen eingespeichert werden. Ob dies gelingt, hängt nicht allein von der technischen Speicherkapazität ab. Entscheidend sind auch die Marktpreise, verfügbare Gasimporte und die wirtschaftlichen Anreize für Energiehändler.

Der Speicherfüllstand allein zeigt jedoch noch nicht, ob eine Gasmangellage droht. Für die Versorgungssicherheit sind mehrere Faktoren entscheidend:

  • aktueller Speicherfüllstand,
  • Temperaturen und Gasverbrauch,
  • verfügbare Pipelineimporte,
  • LNG-Lieferungen,
  • technische Importkapazitäten,
  • Nachfrage in anderen europäischen Ländern,
  • mögliche Störungen wichtiger Lieferwege.

Deutschland wird nicht ausschließlich aus den Gasspeichern versorgt. Auch während des Winters fließt laufend Gas über Pipelines, LNG-Terminals und das europäische Verbundnetz nach Deutschland.

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Entwicklung der Gasspeicherfüllstände 2025 und 2026

Deutschland startete mit einem Speicherfüllstand von rund 75 Prozent in die Heizperiode 2025/26. Der Winter führte nicht zu einer akuten Gasmangellage. Ein kalter Januar sorgte jedoch für hohe Entnahmen aus den Speichern.

Rund 38 Prozent des im Januar 2026 verbrauchten Erdgases stammten zeitweise aus den Gasspeichern. Anfang März fiel der Speicherfüllstand auf etwa 21 Prozent.

Im Frühjahr begannen die Einspeicherungen erneut. Das Ausgangsniveau blieb jedoch niedrig. Am 1. Mai 2026 waren die Speicher erst wieder zu rund 26 Prozent gefüllt.

Stichtag Füllstand Einordnung
1. November 2025 ca. 75 % Beginn der Heizperiode 2025/26
Anfang März 2026 ca. 21 % niedriger Stand nach hohen Winterentnahmen
1. Mai 2026 ca. 26 % niedriger Start in die Befüllungssaison
23. Juli 2026 ca. 45,7 % Befüllung läuft, Rückstand bleibt bestehen

Die Entwicklung zeigt: Deutschland hat den vergangenen Winter knapp überstanden. Gleichzeitig wurden große Teile der vorhandenen Reserven aufgebraucht. Dadurch muss in der Befüllungssaison 2026 eine besonders große Gasmenge beschafft und eingespeichert werden.

INES-Szenarien: Reichen die Gasspeicher für den Winter 2026/27?

Die Initiative Energien Speichern, kurz INES, untersucht regelmäßig, wie sich unterschiedliche Wetterverläufe auf die deutsche Gasversorgung auswirken.

Die Szenarien modellieren die Gasversorgung unter anderem auf Basis historischer Wetterjahre. Für den Winter 2026/27 wird dabei unter anderem angenommen, dass die Speicher am 1. November 2026 zu rund 76 Prozent gefüllt sein könnten.

Dieser Wert beschreibt jedoch nicht automatisch den tatsächlich erreichten Füllstand. Ein Teil der Speicherkapazitäten ist zwar gebucht oder vermarktet. Entscheidend ist aber, ob diese Kapazitäten bis zum Winter tatsächlich mit Gas befüllt werden.

Bei normalen oder warmen Temperaturen würde ein Ausgangsfüllstand von rund 76 Prozent nach der Modellierung voraussichtlich ausreichen. Im Normalszenario könnten die Speicher am 1. April 2027 noch zu etwa 35 Prozent gefüllt sein.

Anders sieht es bei einem extrem kalten Winter aus. In diesem Szenario könnten zwischen Januar und März 2027 insgesamt rund 20 Terawattstunden Gas fehlen. An einzelnen Tagen könnte ein erheblicher Teil des Verbrauchs nicht vollständig gedeckt werden.

Dabei handelt es sich ausdrücklich um ein Extremszenario und nicht um eine sichere Prognose. Das zugrunde gelegte Wetterjahr steht für einen besonders kalten Winter, der statistisch weniger wahrscheinlich ist als ein normaler oder milder Verlauf.

Ab wann ist der Füllstand der Gasspeicher kritisch?

Es gibt keinen einzelnen Prozentwert, ab dem automatisch eine Gasmangellage beginnt.

Ob ein Speicherfüllstand kritisch ist, hängt davon ab:

  • zu welchem Zeitpunkt er erreicht wird,
  • wie kalt der Winter verläuft,
  • wie hoch der tägliche Gasverbrauch ist,
  • wie viel Gas weiterhin importiert wird,
  • ob LNG- und Pipelinekapazitäten verfügbar bleiben,
  • wie die Versorgungslage in den europäischen Nachbarländern aussieht.

Ein Speicherfüllstand von 40 Prozent kann im Sommer unproblematisch sein. Derselbe Wert könnte am Beginn einer besonders kalten Winterperiode deutlich kritischer bewertet werden.

Für viele deutsche Speicher gelten gesetzliche Füllstandsvorgaben. Diese Ziele dienen der Vorsorge. Sie sind jedoch keine festen Schwellenwerte, bei deren Unterschreitung automatisch Gas rationiert wird.

Die aktuellen Szenarien zeigen, wie stark die Bewertung vom Wetter abhängt: Rund 76 Prozent könnten für einen normalen Winter ausreichen. Bei einem extrem kalten Winter wäre derselbe Ausgangsfüllstand möglicherweise zu niedrig.

Luftaufnahme eines Geflügelzuchtbetriebs mit altem Fachwerkhaus, Hähnchenställen und umliegenden Acker und Grünflächen

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Gelbe Gasleitungen mit einem roten StellradLuftaufnahme eines Geflügelzuchtbetriebs mit altem Fachwerkhaus, Hähnchenställen und umliegenden Acker und Grünflächen

Warum ist die Wiederbefüllung der Gasspeicher schwierig?

Technisch ist eine deutliche Befüllung der deutschen Gasspeicher grundsätzlich möglich. Unsicher ist jedoch, ob alle gebuchten Kapazitäten tatsächlich vollständig genutzt werden.

Fehlende wirtschaftliche Anreize

Normalerweise kaufen Energiehändler Gas im Sommer zu niedrigeren Preisen ein, speichern es ein und verkaufen es im Winter zu höheren Preisen.

Im Jahr 2026 war dieses typische Verhältnis zeitweise umgekehrt. Gas für eine Lieferung im Winter wurde teilweise günstiger gehandelt als Gas zur sofortigen Lieferung im Sommer.

Für Händler kann es dadurch wirtschaftlich unattraktiv sein, heute teures Gas zu kaufen, Lagerkosten zu übernehmen und es später möglicherweise günstiger verkaufen zu müssen.

Dieses Marktverhältnis wird als negativer Sommer-Winter-Spread bezeichnet.

Niedriger Ausgangsfüllstand

Die Speicher waren im Frühjahr 2026 nur zu einem vergleichsweise geringen Anteil gefüllt. Dadurch muss innerhalb weniger Monate eine besonders große Gasmenge beschafft werden.

Je später die Befüllung beginnt, desto größer wird der Zeitdruck vor Beginn der Heizperiode.

Hoher Gasverbrauch im vergangenen Winter

Ein kalter Winterabschnitt kann die Speicher innerhalb kurzer Zeit stark belasten. Der Januar 2026 zeigte, wie schnell sich der Füllstand bei hoher Nachfrage verringern kann.

Auch wenn der gesamte Winter nicht außergewöhnlich kalt verläuft, können einzelne Frostperioden zu sehr hohen täglichen Entnahmen führen.

Globaler Wettbewerb um LNG

Europa ist heute stärker auf den internationalen LNG-Markt angewiesen. Flüssigerdgas kann weltweit dorthin geliefert werden, wo Käufer die attraktivsten Preise bieten.

Steigt die Nachfrage in Asien oder werden Lieferwege beeinträchtigt, muss Europa möglicherweise höhere Preise zahlen, um zusätzliche LNG-Ladungen anzuziehen.

Damit hängt die Versorgung nicht nur von vorhandenen Terminals ab, sondern auch davon, ob ausreichend LNG zu wirtschaftlich tragbaren Preisen verfügbar ist.

Droht wirklich Gasmangel – oder vor allem ein Preisanstieg?

Die Gasversorgung in Deutschland gilt derzeit als stabil. Deutschland verfügt über mehrere Versorgungswege:

  • Pipelineimporte

  • LNG-Terminals

  • Gasspeicher

  • Verbindungen zu europäischen Nachbarstaaten

Das wahrscheinlichere Risiko für den Winter 2026/27 sind deshalb zunächst stark steigende Gaspreise.

Sinken die Speicherstände schneller als erwartet, reagieren die Großhandelspreise häufig frühzeitig. Höhere Preise schaffen wiederum Anreize, zusätzliche LNG-Mengen nach Europa umzuleiten oder den Gasverbrauch zu reduzieren.

Der Preis kann deshalb bereits deutlich steigen, bevor tatsächlich ein physischer Gasmangel entsteht.

Ein Versorgungsengpass ist derzeit nicht das wahrscheinlichste Szenario. Vollständig ausgeschlossen werden kann er jedoch nicht, wenn mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig eintreten:

  • extrem kalter Winter

  • niedriger Ausgangsfüllstand

  • hohe Nachfrage

  • Ausfall wichtiger Pipelineverbindungen

  • begrenzte LNG-Verfügbarkeit

  • zusätzliche Engpässe in anderen europäischen Ländern

Für Unternehmen können bereits hohe und stark schwankende Preise erhebliche Folgen haben – auch ohne eine formelle Gasmangellage.

Was passiert, wenn die Gasspeicher leer sind?

Leere Gasspeicher bedeuten nicht automatisch, dass in Deutschland kein Gas mehr verfügbar ist.

Auch bei sehr niedrigen Speicherständen können weiterhin Gasmengen über Pipelines und LNG-Terminals importiert werden. Die Speicher verlieren jedoch ihre Funktion als kurzfristig verfügbarer Puffer.

Gerade an sehr kalten Tagen steigt der Gasverbrauch stark. Gasspeicher können diese Verbrauchsspitzen innerhalb kurzer Zeit ausgleichen. Laufende Importe lassen sich dagegen nicht immer ebenso schnell erhöhen.

Reichen Importe, verbleibende Reserven und andere verfügbare Gasmengen nicht mehr aus, um den Verbrauch zu decken, kann eine Gasmangellage entstehen.

In einer solchen Situation kommen zunächst marktwirtschaftliche Maßnahmen zum Einsatz. Dazu gehören:

  • höhere Preise

  • freiwillige Verbrauchsreduzierungen

  • zusätzliche Gasbeschaffung

  • Aktivierung weiterer Importmöglichkeiten

Erst wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen und die Notfallstufe ausgerufen wird, kann die Bundesnetzagentur als Bundeslastverteiler eingreifen.

Mögliche Maßnahmen sind:

  • extrem kalter Winter

  • niedriger Ausgangsfüllstand

  • hohe Nachfrage

  • Ausfall wichtiger Pipelineverbindungen

  • begrenzte LNG-Verfügbarkeit

  • zusätzliche Engpässe in anderen europäischen Ländern

Haushalte, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und bestimmte Fernwärmeversorger gelten als besonders geschützte Kunden.

Für Unternehmen gibt es jedoch keine pauschale Abschaltreihenfolge. Entscheidungen würden von der konkreten Netzsituation, dem Verbrauch, den technischen Möglichkeiten und den Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft abhängen.

Können LNG-Importe niedrige Speicherstände ausgleichen?

LNG-Importe erhöhen die Flexibilität der deutschen und europäischen Gasversorgung. Sie machen Gasspeicher jedoch nicht überflüssig.

LNG muss:

  1. auf dem Weltmarkt beschafft,
  2. mit Tankschiffen transportiert,
  3. in einem Terminal angelandet,
  4. wieder in gasförmigen Zustand umgewandelt,
  5. in das europäische Gasnetz eingespeist werden.

Gasspeicher können dagegen innerhalb kurzer Zeit große Mengen zur Verfügung stellen. Sie sind deshalb besonders wichtig, um hohe Verbrauchsspitzen während kalter Wintertage abzudecken.

Deutschland bezieht Erdgas unter anderem über Pipelines aus Norwegen sowie über LNG-Terminals und Verbindungen zu europäischen Nachbarstaaten.

Die technischen Importmöglichkeiten gelten grundsätzlich als ausreichend. Entscheidend bleibt jedoch, zu welchem Preis zusätzliche Mengen beschafft werden können.

Europa steht auf dem LNG-Markt im Wettbewerb mit anderen Weltregionen. Steigt beispielsweise die Nachfrage in Asien, können sich Lieferungen dorthin verlagern.

Die entscheidende Frage für den Winter 2026/27 lautet deshalb nicht nur, ob ausreichend Gas verfügbar ist. Ebenso wichtig ist, zu welchen Preisen Europa zusätzliche Mengen beschaffen kann.

Was bedeutet die Gaslage für Gewerbe, Landwirtschaft und Kommunen?

Für Unternehmen ist nicht nur eine mögliche Gasmangellage relevant. Bereits starke Preisschwankungen können die Kalkulation energieintensiver Prozesse erheblich erschweren.

Besonders betroffen sind Betriebe mit:

  • kontinuierlich hohem Wärmebedarf

  • hohen Prozesstemperaturen

  • gasbetriebenen Heizungs- oder Produktionsanlagen

  • schwer unterbrechbaren Prozessen

  • langfristig vereinbarten Lieferpreisen

  • begrenzten Möglichkeiten zur Verbrauchsreduzierung

Auch landwirtschaftliche Betriebe können abhängig von der Nutzung einen hohen und zeitkritischen Wärmebedarf haben. Beispiele sind Tierhaltung, Trocknung, Gewächshäuser oder die Beheizung größerer Gebäudekomplexe.

Kommunen und soziale Einrichtungen müssen zusätzlich berücksichtigen, dass Heizsysteme langfristig verfügbar, wartbar und wirtschaftlich kalkulierbar bleiben müssen.

Für diese Verbraucher sollte Versorgungssicherheit nicht erst bei einer offiziell festgestellten Gasmangellage betrachtet werden.

Zu einer langfristigen Energiestrategie gehören:

  • Analyse des Wärmebedarfs

  • Brennstoffbevorratung

  • alternative Wärmeerzeuger

  • technische Redundanzen

  • Spitzenlastkonzepte

  • hybride Heizsysteme

  • langfristige Brennstoff- und Lieferverträge

Biomasse als planbare Alternative für hohe Wärmebedarfe

Für geeignete Standorte können Hackschnitzel- oder Pelletheizungen die direkte Abhängigkeit vom Gasnetz reduzieren.

Der Brennstoff kann auf dem Betriebsgelände bevorratet und über regionale oder langfristige Lieferbeziehungen beschafft werden. Dadurch lässt sich die Wärmeversorgung stärker selbst organisieren.

Biomasse eignet sich insbesondere für Gebäude und Betriebe mit hohem und regelmäßigem Wärmebedarf, beispielsweise:

  • Landwirtschaft

  • Gewerbe

  • Industrie

  • kommunale Gebäude

  • soziale Einrichtungen

  • Hotels

  • Wärmenetze

  • holzverarbeitende Betriebe

Ob eine Biomasseheizung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • jährlicher Wärmebedarf

  • benötigte Vorlauftemperaturen

  • regionale Brennstoffverfügbarkeit

  • Lagerkapazitäten

  • Anlieferungsmöglichkeiten

  • bestehende Heizungsanlage

  • Investitionskosten

  • Betriebs- und Wartungskosten

  • Emissions- und Genehmigungsanforderungen

Eine Biomasseanlage ist keine pauschale Lösung für jeden Standort. Bei hohen Wärmebedarfen kann sie jedoch eine strategische Möglichkeit sein, fossile Preis- und Versorgungsrisiken langfristig zu reduzieren.

Wie abhängig ist Deine Wärmeversorgung vom Gaspreis?

Wir prüfen Wärmebedarf, bestehende Anlagentechnik und Brennstofflogistik und vergleichen, ob eine Hackschnitzel-, Pellet- oder hybride Wärmelösung für Deinen Betrieb sinnvoll ist.

Rückblick: Was geschah im Winter 2025/26?

Deutschland startete mit einem Speicherfüllstand von rund 75 Prozent in die Heizperiode 2025/26.

Trotz des vergleichsweise niedrigen Ausgangsstands kam es zu keiner akuten Gasmangellage. Ein kalter Januar führte jedoch zu hohen Ausspeicherungen.

Anfang März waren die Speicher nur noch zu rund 20 Prozent gefüllt. Mildere Temperaturen im weiteren Frühjahr ermöglichten anschließend wieder erste Einspeicherungen.

Der Winter 2025/26 zeigt:

Ein Füllstand von rund 75 Prozent kann bei einem insgesamt günstigen Wetterverlauf ausreichen. Kalte Winterabschnitte können die vorhandenen Reserven jedoch schnell verringern und die Ausgangslage für die nächste Befüllungssaison verschlechtern.

Fazit: Keine akute Gasmangellage, aber ein unsicherer Winter 2026/27

Deutschland befindet sich derzeit nicht in einer akuten Gasmangellage. Die Versorgung ist stabil und es stehen unterschiedliche Importwege zur Verfügung.

Die Ausgangslage für den Winter 2026/27 bleibt dennoch anspruchsvoll. Die Speicher starteten auf extrem niedrigem Niveau in die Befüllungssaison. Gleichzeitig schaffen die Marktpreise nicht immer ausreichende wirtschaftliche Anreize, Gas frühzeitig einzuspeichern.

Bei normalen oder warmen Temperaturen könnte ein Speicherfüllstand von rund 76 Prozent nach den aktuellen Modellen ausreichen.

Ein extrem kalter Winter würde die Reserven dagegen stark beanspruchen und könnte im ungünstigsten Szenario zu zeitweisen Unterdeckungen führen.

Noch wahrscheinlicher als eine physische Gasknappheit sind stark steigende und schwankende Gaspreise.

Für Unternehmen, Landwirtschaft und Kommunen ist deshalb nicht nur entscheidend, ob ausreichend Gas vorhanden ist. Ebenso wichtig ist, wie verlässlich und kalkulierbar die eigene Wärmeversorgung in den kommenden Jahren bleibt.

FAQ – Antworten auf die häufigsten Fragen

Derzeit besteht keine akute Gasmangellage. Die Speicher sind zu 45,7 % gefüllt. Bei einem normalen oder warmen Winter dürfte die Versorgung nach aktuellen Szenarien gesichert sein. Bei einem extrem kalten Winter könnten niedrige Speicherstände jedoch zu Engpässen führen.

Anfang Juli 2026 waren die deutschen Gasspeicher zu rund 41,5 % gefüllt. (Stand 02.07.2026 Quelle: https://agsi.gie.eu/)

Bei normalen oder warmen Temperaturen wären 76 % nach der aktuellen INES-Modellierung wahrscheinlich ausreichend. Bei einem extrem kalten Winter könnte dieser Ausgangsfüllstand jedoch zu niedrig sein.

Auch bei leeren Speichern kann weiterhin Gas über Pipelines und LNG-Terminals importiert werden. Es fehlt dann jedoch der Puffer für hohe Verbrauchsspitzen. Reichen die laufenden Importe nicht aus, können Verbrauchsreduzierungen erforderlich werden.

Es gibt keine pauschale Reihenfolge für einzelne Unternehmen. Haushalte, soziale Einrichtungen und bestimmte Wärmeversorger gelten als besonders geschützt. Maßnahmen gegenüber Unternehmen würden von der konkreten Lage und den Auswirkungen auf Gasnetz, Bevölkerung und Wirtschaft abhängen.

Die Befüllung ist technisch möglich, kann aber wirtschaftlich unattraktiv sein. Ist Gas im Sommer teurer als für eine spätere Winterlieferung, lohnt sich die frühzeitige Einspeicherung für Händler möglicherweise nicht.

Die Kombination aus niedrigen Gasspeicherfüllständen, möglichen Gasmangelszenarien, steigenden CO₂-Kosten und steigender Unsicherheit bei der Gaspreis- und Versorgungsentwicklung macht fossile Heizsysteme zunehmend riskant. Wer jetzt in eine Biomasse-Heizung investiert, sichert sich langfristig mehr Versorgungssicherheit, stabilere Wärmekosten und eine zukunftsfähige, klimafreundliche Wärmeversorgung – unabhängig von Wetter, Weltpolitik und Gasspeicherstatistiken.

Hi, ich bin Jan und Teil des Autorenteams. Gemeinsam mit meinen Kollegen möchte ich unsere Leser mit informativen und interessanten Inhalten auf dem neuesten Stand halten damit sie die Energiewende verstehen und aktiv dazu beizutragen können.

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