500 kW in der Pflanzenzucht
Die Gärtnerei Wilfried Harden aus Hamburg ist ein etablierter Fachbetrieb für Blumen, Kräuter und Gemüsejungpflanzen. Bei der Heizungssanierung hat sich Wilfried Harden für die Nutzung unserer RHK-AK 500 Biomasseheizung mit 500 kW Nennwärmeleistung entschieden. Im Folgenden möchten wir einige interessante Einzelheiten zu diesem Projekt erläutern.

Wilfried Harden setzt auf 500 kW Biomasse
Der Fachbetrieb für Blumen, Kräuter und Gemüsejungpflanzen beheizt seine Gewächshäuser zukünftig mit Wärme aus einer Hackschnitzelheizung.
Prozesswärme-Anlage für die Pflanzenaufzucht
Der Gartenbaubetrieb benötigt in seinen Gewächshäusern eine beträchtliche Nennwärmeleistung für die Pflanzen- und Gemüseaufzucht. Die zielgerichtete Anwendung von Prozesswärme hat sich als äußerst effektives Mittel erwiesen, um die Produktionsbedingungen zu optimieren und sowohl die Qualität als auch die Menge der Ernte zu steigern. Im Folgenden werden verschiedene Wege aufgezeigt, wie die Nutzung von Prozesswärme in einem Gartenbaubetrieb eine ganzheitliche Verbesserung der Pflanzenaufzucht und -kultivierung bewirken kann.

Gewächshäuser haben einen hohen Wärmebedarf
Die 500 kW Hackschnitzelheizung versorgt mehrere Gewächshäuser sowie ein Wohnonjekt
Prozesswärme mit Abgaswärmetauscher
Die heißen Abgase, die aus dem Kessel strömen, durchlaufen den Abgaswärmetauscher, wobei ihre Wärme von einem Medium aufgenommen wird, wie beispielsweise Wasser oder Luft. In einem darauffolgenden Wärmetauschprozess wird die erfasste Wärme genutzt, um das Kesselwasser vorzuwärmen. Dadurch erreicht das Wasser bereits eine höhere Temperatur, bevor es dem Kessel zugeführt wird. Die Abgaswärmetauscher-Technologie gewährleistet eine Nutzung der Wärme aus den Abgasen und reduziert den Bedarf an zusätzlicher Energie.

Abgaswärmetauscher
Die Wärme aus den Abgasen wird vom Wärmetauscher aufgenommen und wieder dem Kessel hinzugeführt.
Rauchgasreinigung mit hohem Abscheidungsgrad
Für Biomassekessel bis 1.000 kW Nennwärmeleistung regelt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) die zulässigen Emissionen. Für den RHK-AK 500 PZ gilt ein Staubemissionsgrenzwert von maximal 20 mg/m³. Um Emissionen zu minimieren, kommt unsere Rauchgas-Reinigungstechnik, hier in Form eines Multizyklons und elektrostatischen Feinstaubabscheiders, zum Einsatz. Der elektrostatische Abscheider lädt die Staubpartikel im Abgas auf und scheidet diese dann zuverlässig ab. Somit erreicht der RHK-AK PZ laut BAFA-Liste eine gemessene Staub-Nennlast von nur 1,00 mg/m³.

Multizyklon
Der Multizyklon filtert Feststoffe aus dem Abgas der Biomasseheizung
Komfortable Bunkerbefüllung mit Senkrechtförderer und Eindrückschnecke
Über eine sogenannte Eindrückschnecke kann der Brennstoff komfortabel mit einem Frontlader oder Kipper eingebracht werden. Je nach Konfiguration kann die Eindrückschnecke mit unterschiedlichen Antrieben wie Direktantrieb, Ölmotor, Zapfwellenstummel, Zapfwellenanschluß mit Winkelgetriebe ausgestattet werden. So können bis zu 30 m³ Hackschnitzel in der Stunde abtransportiert werden. Der Abtransport geschieht über unsere spezielle Senkrechtförderer-Technik. Diese ermöglicht eine zeitsparende Befüllung des Brennstoffbunkers mit dem verwendeten Waldhackgut. Mit diesem Austragungssystem kann der Brennstoff bis zu 6 m hoch gefördert werden.

Senkrechtförderer und Brennstoffsilo
Bis zu 6 m hoch können die Hackschnitzel in das Brennstofflager eingebracht werden.
Brennstoffherkunft und CO₂-Vergleich
Die Gärtnerei hat bewusst auf fossile Energieträger wie Steinkohle und Heizöl verzichtet und setzt nun auf erneuerbare Energien. Das Heizen mit der Hackschnitzel-Heizung verhindert im Vergleich zur Ölheizung ca. 236 Tonnen fossile CO₂-Emissionen, die sonst bei der Verbrennung von Heizöl entstanden wären.
Die Holzhackschnitzel für den AK 500 Kessel stammen von einem befreundeten Garten- und Landschaftsbauer. Dieser schneidet im Frühjahr austreibendes Holz an Straßen, Feldern und Gräben als Pflegeschnitt zurück. Diese Bestandspflege-Resthölzer werden gehackt und anschließend getrocknet. Im nächsten Winter sind die Holzhackschnitzel dann trocken genug, um energetisch verwertet zu werden.
Zudem bezieht der Betrieb seinen Strom zu 100 % aus Wasserkraft. Mit diesem Energiemix werden die Brennstoffkosten reduziert und die energetische Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter ausgebaut.

Hackschnitzel als Brennstoff
Die Hackschnitzel werden von einem befreundeten Garten- und Landschaftsbauer bezogen und bestehen aus Wegebegleitschnitt sowie Pflegeschnitten von angrenzenden Straßen und Feldern.
Fazit
Dieser Betrieb verbindet Handwerk und Energieinnovation auf beeindruckende Weise. Die bewusste Nutzung erneuerbarer Energien, die Prozesswärmenutzung und die bedachte Wahl des Energiemixes zeichnen einen Weg, wie Gartenbau wirtschaftlich erfolgreich gestaltet werden kann. Dieses Beispiel zeigt, dass Praktiken und moderne Technologien Hand in Hand gehen können, um eine sichere Zukunft für die Branche zu gestalten. Wir sind stolz, Teil dieses Projekts zu sein und unseren Partner auf dem Weg zu unterstützen.




