Das Projekt
Durch das Programm der „Dorferneuerung“ werden bei der Sanierung sowie beim Aus- und Umbau älterer, regional-typischer Gebäude die Besitzer gefördert. Dieses Programm gab auch bei Jens Große-Höötmann aus Bad Bentheim den Anstoß, das eigene Wohngebäude zu sanieren. Im gleichen Zuge sollte auch das alte, auf Gas basierende Heizsystem ausgetauscht werden. Das Ergebnis: Eine Hackschnitzelheizung, die den kompletten Geflügelmast-Betrieb mit mehreren Hähnchenställen und zwei Wohnobjekte kostengünstig und effizient beheizt.

RHK-AK 400
Die Biomasseheizung mit 400 kW Nennwärmeleistung übernimmt jetzt die Wärmeversorgung von mehrere Hähnchenställen und zwei Wohnobjekten.
Leistungsstarke Biomasseheizung
Das Herzstück des Projekts ist der RHK-AK 400 Kessel mit einer Nennwärmeleistung von 400 kW. Seit seiner Inbetriebnahme im November 2021 versorgt er nicht nur Hähnchenmastställe, sondern auch zwei Wohnobjekte zuverlässig mit Wärme. Als Brennstoff dienen pro Jahr rund 1.000 m³ getrocknete Hackschnitzel aus der Land- und Forstwirtschaft. Diese werden von einem zuverlässigen Brennstoffhändler zugekauft.

Brennstoffbunker
Auf einer Betonplatte sind Heizzentrale und Brennstofflager errichtet worden. Wettergeschützt und gut befahrbar.
Der Weg zur Energieeffizienz
Die Motivation für diese Investition lag in der Energiekostenminimierung durch den Austausch einer veralteten Gasheizung. Die jährliche CO₂-Einsparung im Vergleich zur alten Gasheizung beträgt beeindruckende 146 Tonnen. Im Vergleich zu einer fiktiven Öl-Heizung würde er sogar beachtliche 203 Tonnen betragen.
Die Herausforderungen der Zeit
Schwierige Zeiten bringen oft herausfordernde Situationen mit sich, und so war es auch in diesem Fall. Lieferengpässe und eine eingeschränkte Planbarkeit stellten das Projekt vor große Herausforderungen. Dennoch konnten diese Hürden erfolgreich gemeistert werden, dank einer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit dem örtlichen Heizungsbauer und einem flexiblen Investor.

Heizzentrale
Eine überdachte Betonplatte mit einer gemauerten Heizzentrale und dem Brennstoffbunker, lässt sich auch anderweitig flexibel nutzen.
Technische Sicherheit bei max. Performance
Zusätzlich zur Biomasseheizung wollte der Investor bei diesem Heizsystem einen Sicherheitswärmetauscher installiert haben. Diese Vorrichtung dient dazu, überschüssige Wärme abzuleiten, insbesondere bei fehlender Wärmeabnahme aufgrund von Ereignissen wie Stromausfall. Dadurch wird eine Überhitzung der Anlage verhindert.
Ohne Sicherheitswärmetauscher sind Vorlauftemperaturen von 85° normal. Mit Sicherheitswärmetauscher können bis zu 95° Vorlauftemperatur bereitgestellt werden. So wird bei gleicher Heizstrecke die gewünschte Raumtemperatur schneller erreicht und die langen Vorheizperioden der Hähnchenställe verkürzt werden.

Sicherheitswärmetauscher
Zusätzliche Sicherheitstechnik erlaubt Vorlauftemperaturen bis 95°. So wird in den Hähnchenställen die gewünschte Temperatur schnell erreicht.
Wassergeführte Wärmeübertragung dank Biomasseheizung für mehr Tierwohl
Mit der wassergeführten Wärmeübertragung in den Stallungen, die mit der neuen Biomasseheizung Einzug hält, wird, im Vergleich zu den alten Gasstrahler-Heizungen eine erheblich verbesserte Luftzusammensetzung mit höherem Sauerstoffanteil erreicht. Dies trägt maßgeblich zu einer verbesserten Tiergesundheit bei. Die Vorteile der Biomasseheizung beschränken sich also nicht auf einen günstigen Brennstoff, sondern zeigen sich auch in einem insgesamt gesünderen Tierbestand.
Fazit
Das Vorhaben in Bad Bentheim bedeutet nicht nur einen finanziellen Gewinn für den Investor Jens Große-Höötmann, sondern markiert auch einen signifikanten Fortschritt hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Es veranschaulicht, wie maßgeschneiderte Lösungen dazu beitragen können, sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele zu verwirklichen. Die positive und partnerschaftliche Zusammenarbeit gestaltete das Projekt zudem äußerst angenehm.








