Nachhaltige Wärme für historische Gebäude
Wenn ein Gebäude aufgrund von Denkmalschutzauflagen nur begrenzt saniert werden kann, bleibt oft nur die Möglichkeit, auf eine nachhaltigen und zugleich kostengünstige Heizlösung umzusteigen. Wie historische Gebäude von modernen Heizungslösungen profitieren können, zeigt dieses Projekt. Durch die Installation einer Biomasseheizung wird nicht nur die Energieeffizienz dieses historischen Anwesens erheblich gesteigert, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung Autarkie und umweltfreundlicher Wärmeversorgung gemacht. Diese Umstellung verdeutlicht, wie historische Gebäude und moderne Heizlösungen erfolgreich miteinander verknüpft werden können.

Schloss Westerholt in Herten
Die Anlage umfasst mehrere historische Gebäude, darunter das Schloss selbst, das heute ein Restaurant und ein Hotel beherbergt. Zudem gibt es mehrere Wohn- und landwirtschaftlich genutzte Objekte.
Ausgangssituation
Das Schloss Westerholt ist ein historisches Anwesen, dessen Ursprung zurückreicht bis 1290. Nach einem Brand im 19. Jahrhundert komplett neu errichtet und 1993 renoviert, umfasst die Anlage mehrere Objekte. Die Anlage besteht aus mehreren historischen Gebäuden, darunter das Schloss selbst, das heute ein Restaurant und ein Hotel beherbergt, sowie mehrere Wohn- und landwirtschaftlich genutzte Objekte.
Dieses Projekt erforderte eine umfassende und effiziente Heizlösung, um die unterschiedlichen Gebäude optimal mit Wärme zu versorgen. Zu beheizen sind insgesamt acht Objekte auf dem Schlossgelände:
- 3 Objekte je 50 kW
- 1 Objekt (Schloss/Hotel) mit 380 kW
- 1 Objekt (Vogelhaus) mit 80 kW
- 2 Objekte je 20 kW
- Ein Mehrfamilienneubau und ein benachbartes Bestandshaus mit insgesamt 85 kW
Dies ergibt eine Gesamtwärmeabnahme von 735 kW bei maximalen Spitzenlasten. Bisher wurden die Gebäude durch Fernwärme der Stadt Herten versorgt. Aufgrund des Alters der Bestandswärmeleitungen, der hohen Fördermöglichkeiten und des Wunsches nach mehr Autarkie wurde die Umstellung auf ein Biomasseheizsystem in Betracht gezogen.

RHK-AK 800
Mit 800 kW Nennwärmeleistung kann die Anlage die geforderten 735 kW bei Spitzenlasten entspannt liefern und bietet, falls in Zukunft weitere Gebäude hinzugefügt werden oder der Wärmebedarf steigt, eine gewisse Flexibilität.
Planung und Umsetzung
Nach sorgfältiger Analyse und in Zusammenarbeit mit der Firma Isoplus Fernwärmetechnik haben wir eine umfassende Empfehlung für ein neues Wärmenetz ausgearbeitet.
Technische Details:
- Heizomat RHK – AK 800 Biomassekessel
- Pufferspeicher mit einem Volumen von mindestens 24.000 Litern: Notwendig für die Fördervoraussetzungen.
- Raumaustragung mit einer Bunkerfräse bis 6,0 m Ø
- Zellenradschleuse 200
- Siemens ET 200 Schaltschrank
- Elektrostatischer Feinstaubabscheider
- Puffermanagement zur Speicherbewirtschaftung

Technische Planung
Örtlichkeit
Die Heizungsanlage wurde in einer großzügigen neuen Halle extern des Haupthofes untergebracht. Diese Halle bietet ausreichend Platz für den Heizraum und den nebenliegenden Materialbunker. Ein gepflegter, gepflasterter Boden erleichtert die Logistik und den Betrieb der Anlage. Der Pufferspeicher wurde neben dem Kesselraum platziert, und die Edlestahl-Kaminanlage wurde außen am Gebäude montiert.

Heizzentrale und Brennstofflager
Leicht abseits der eigentlichen Schlossanlage befinden sich die Heizzentrale und das Brennstofflager. Ein befestigter Boden und vorhandene Landmaschinen erleichtern den Betrieb der Anlage.
Brennstoffe
Die Anlage nutzt Waldhackgut in der Größe G50 / P45S aus den umliegenden Wäldern, ist aber auch in der Lage andere zugelassene Biomasse wie naturbelassenes Altholz zu verwerten. Die Logistik des Hackgutes stellt dank vorhandener Maschinen und befestigter Bodenflächen bei diesem Projekt kein Problem dar.
Förderung und Finanzierung
Eine Förderung über die Bafa ermöglicht bis zu 35% Zuschuss auf das Vorhaben, einschließlich der Wärmequelle, des Heizraumbaus, der Bunkergestaltung und des Pufferspeichers. Zudem ist das Wärmenetz über die KFW Bank im Programm 271 / 281 förderfähig. Ein hydraulischer Abgleich wurde entsprechend vom örtlichen Heizungsbauer überprüft.

Pufferspeicher
Ganze 24.000 Liter fasst der Pufferspeicher. Ein Puffermanagement steuert die Speicherbewirtschaftung.
Zufriedenheit ebnet den Weg für neue Möglichkeiten
Der Bauherr und der Verwalter des Schloss Westerholt sind von der Heizomatanlage und der professionellen Projektabwicklung so begeistert, dass sie uns direkt ein weiteres Projekt für einen ähnlichen Gebäudetyp vermittelt haben. Als Zeichen unserer Dankbarkeit und zur Feier der erfolgreichen Zusammenarbeit wurde daraufhin die erste Wartung der Anlage kostenlos durchgeführt. Diese gegenseitige Zufriedenheit zeigt, dass hochwertige Arbeit und gute Beziehungen langfristig Früchte tragen.
Fazit
Die Installation der Biomasseheizanlage am Schloss Westerholt hat die Energieeffizienz des historischen Anwesens erheblich gesteigert und den Weg für künftige Projekte geebnet. Die 800 kW starke Heizlösung stärkt die Autarkie des Schlosses und bietet eine umweltfreundliche Alternative zur bisherigen Fernwärmeversorgung der Stadt Herten, indem sie zuverlässig alle acht Objekte mit nachhaltiger Wärme versorgt. Der Projekterfolg und die positive Resonanz des Bauherrn belegen, wie hochwertige Arbeit und professionelle Abwicklung langfristige Geschäftsbeziehungen stärken und neue Chancen eröffnen können.









