Warmwasser im Kälberstall: Eine Aufgabe für starke Heiztechnik
Wenn in der Landwirtschaft große Mengen Warmwasser benötigt werden, stoßen klassische Heizsysteme schnell an ihre Grenzen. Das gilt besonders in modernen Kälberställen, in denen täglich mehrere tausend Liter Wasser erhitzt werden müssen. Beim Neubau des Kälberstalls der Familie Meinert in Emsdetten sollte deshalb eine Lösung geschaffen werden, die zuverlässig viel Warmwasser bereitstellt, wirtschaftlich arbeitet und langfristig sichere Energiepreise garantiert.
Die Antwort lautet: eine leistungsstarke Hackschnitzelheizung, perfekt abgestimmt auf die Bedürfnisse eines wachsenden landwirtschaftlichen Betriebes.
Ausgangssituation: Ein neuer Kälberstall mit hohem Wärmebedarf
Auf dem Hof Meinert entsteht ein neuer Kälberstall, in dem täglich zwischen 5.000 und 7.000 Liter Warmwasser bereitgestellt werden müssen. Die Kälber erhalten eine Mischung aus mehreren Komponenten wie Pulver, Molke und Magermilch – und all diese Bestandteile sind zunächst kalt. Erst durch das Erwärmen mit heißem Wasser wird die Milch trinkfertig.
Dafür sind Vorlauftemperaturen von rund 70 °C notwendig. Dieser Prozess gehört zu den energieintensivsten Bereichen in der Kälberaufzucht. Aus Erfahrungswerten anderer Betriebe und Fachkollegen ergab sich ein täglicher Wärmebedarf, der eine Heizleistung von 150 bis 200 kW erforderlich macht.
An dieser Stelle wurde dp Energietechnik hinzugezogen, um eine effiziente, robuste und nachhaltige Lösung für die Warmwasserbereitung zu entwickeln.

Ein Blick in den Heizraum
Der 200 kW Hackschnitzelkessel (Heizomat HSK-RA 200) steht in dem neuen, nach F90-Standard errichtetem Heizraum. In Kombnination mit einem 5.000 Liter Pufferspeicher kümmert sich das System um die Warmwasserbereitstellung.
Warum Hackschnitzel? Eine Entscheidung aus wirtschaftlicher und praktischer Vernunft
Für die Familie Meinert gab es drei wesentliche Gründe, warum eine Hackschnitzelheizung die ideale Wahl ist:
Auch die Unterschiede zwischen Biomassekesseln und reinen Hackschnitzelkesseln wurden intensiv besprochen. Aufgrund der deutlich besseren Wirtschaftlichkeit entschied man sich bewusst für den Heizomat HSK-RA 200 – ein Kessel, der für hohe Leistung, robusten Dauerbetrieb und Hackschnitzel als Brennstoff ausgelegt ist.

Der Heizomat HSK-RA
Ein vielseitiger Hackschnitzelkessel mit Komplettausmauerung, hoher Effizienz und erstklassigen Abgaswerten. Mit bis zu 200 kW Leistung und vollautomatischer Ascheaustragung überzeugt er besonders in der Landwirtschaft und in holzverarbeitenden Betrieben wie Tischlereien.
Die technische Lösung: Heizomat HSK-RA 200 – perfekt dimensioniert für 5.000–7.000 l Warmwasser täglich
Für den Neubau des Kälberstalls wurde ein komplett neuer Heizraum nach Planung der dp Energietechnik errichtet. Dieser erfüllt die Brandschutzanforderungen F90, da die Anlage über 50 kW Nennwärmeleistung liegt. Direkt angrenzend befindet sich der Brennstoffbunker, der auf gleichem Höhenniveau liegt und damit kurze Wege sowie optimale Befüllung ermöglicht.
Die Anlage umfasst:
Der Pufferspeicher wurde durch den Heizungsbauer Gremme installiert und an die Gesamtanlage angebunden. Die wasserseitige Einbindung sowie alle Schnittstellen wurden im Vorfeld detailliert abgestimmt.
In Abstimmung mit dem Schornsteinfeger ist ein externer Edelstahlkamin mit 300 mm Durchmesser außen am Gebäudekomplex montiert worden. Abstimmungen mit dem Schornsteinfeger oder anderen Gewerken sind fester Bestandteil der dp-Projektplanung.
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Technische Planung
Warmwasserbereitung im Kälberstall: Warum eine konstante Heizleistung entscheidend ist
Die tägliche Warmwasserbereitung in der Kälberaufzucht ist ein Prozess, der keine Unterbrechung duldet. Wenn morgens die Kälber gefüttert werden sollen, muss die Wassertemperatur zuverlässig stimmen, ansonsten entsteht Stress im Betrieb und bei den Tieren.
Die Familie Meinert schildert es sehr anschaulich:
„Alle Komponenten der Milch sind kalt. Das Wasser muss etwa 70 Grad haben, damit die Milch überhaupt angenommen wird. Ohne zuverlässige Warmwasserbereitung geht hier gar nichts.“ – Michael Meinert
Der Heizomat HSK-RA 200 liefert die dafür nötige konstante Energie – selbst bei stark schwankender Außentemperatur oder gleichzeitig laufenden Prozessen im Stall. Für Landwirte ist das besonders wichtig, weil der Erfolg der Kälberaufzucht maßgeblich von einer stabilen Fütterung abhängt.

Der neue Kälberstall
Nach der Eröffnung ziehen hier die neuen Kälber ein. Aufgestallt werden Kälber der Rasse Holstein-Friesian.
Ausblick: Weitere Gebäude sollen angeschlossen werde
Nicht nur der Kälberstall soll künftig von der Hackschnitzelheizung profitieren. Die beiden Wohnhäuser am Standort sollen perspektivisch mit angeschlossen werden. Gerade ältere Gebäude profitieren stark von der günstigen Wärme aus dem Kessel – die Betriebskosten sinken und die Energiekosten werden langfristig kalkulierbar.
Fazit: Nachhaltige Warmwasserbereitung in der Landwirtschaft – zuverlässig, wirtschaftlich und perfekt planbar
Das Projekt in Emsdetten zeigt exemplarisch, wie leistungsstarke Hackschnitzelheizungen zur Warmwasserbereitung in der Landwirtschaft beitragen können. Besonders in der Kälberaufzucht, wo täglich tausende Liter warmes Wasser benötigt werden, bietet Biomasse deutliche Vorteile:
• sichere und konstante Warmwasserverfügbarkeit
• niedrige Brennstoffkosten dank eigenem Holz
• hohe Wirtschaftlichkeit bei großem Wärmebedarf
• CO₂-neutrale Energieversorgung
• langfristige Preisstabilität
Für landwirtschaftliche Betriebe, die Neubauten oder Umrüstungen planen, ist die Hackschnitzelheizung eine robuste, nachhaltige und wirtschaftliche Alternative zu fossilen Systemen – und das Projekt Meinert ist ein beeindruckendes Beispiel dafür.










