Holzverarbeitung mit System bei Topjoynt
Topjoynt B.V. ist ein niederländischer Holzverarbeitungsbetrieb mit über 20 Jahren Erfahrung. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Optimierung und Bearbeitung von Massivholz und arbeitet mit unterschiedlichen Holzarten in gleichbleibend hoher Qualität. Zertifizierungen wie FSC® und PEFC® unterstreichen den Anspruch an verantwortungsvolle Rohstoffnutzung sowie den verantwortungsvollen Umgang mit dem Werkstoff Holz.

Neubau Produktionshalle Topjoynt in Alkmaar
Der neue Produktionsstandort von Topjoynt B.V. in Alkmaar: In der modernen Halle sind Fertigung, Büro- und Sozialräume untergebracht, die heute vollständig mit Wärme aus eigener Holz-, Späne- und Hackgutheizung versorgt werden.
Ausgangssituation: Neubau mit dauerhaft hohem Wärmebedarf
Mit dem Neubau der Betriebshalle in Alkmaar startete Topjoynt direkt in den produktiven Betrieb. Der Wärmebedarf ist entsprechend hoch und betrifft mehrere Bereiche:
Gleichzeitig fallen im laufenden Betrieb kontinuierlich Holzreste wie Schleifstaub, Hobelspäne und Massivholzabschnitte an. Diese Reststoffe verursachen ohne energetische Nutzung zusätzlichen Entsorgungsaufwand, bieten jedoch zugleich das Potenzial für eine eigenständige Wärmeversorgung.
Ziel war es daher, den hohen Wärmebedarf des Neubaus mit dem anfallenden Restholz in einem integrierten System zusammenzuführen – und sich langfristig unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen.

Projektumsetzung Holzheizung bei Topjoynt
Berater von dp Energietechnik und Anlagenbetreiber vor der installierten Holzheizanlage. Die enge Abstimmung zwischen Planung, Montage und Inbetriebnahme war ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts.
Energie dort nutzen, wo sie entsteht
Statt Produktionsreste extern zu entsorgen und Wärme aus fossilen Quellen zu beziehen, entschied sich Topjoynt bewusst für einen integrierten Ansatz. Ziel war es, Energie dort zu erzeugen, wo sie im Betrieb ohnehin anfällt: direkt aus den eigenen Holzresten der Fertigung.
Diese Entscheidung wurde bereits in der Planungsphase des Neubaus getroffen. Voraussetzung dafür war eine Heiztechnik, die dauerhaft zuverlässig arbeitet, definierte Brennstoffe verarbeitet und sich nahtlos in die betrieblichen Abläufe integrieren lässt – ergänzt durch eine strukturierte Aufbereitung der anfallenden Resthölzer.
500 kW Biomasse-Heizzentrale mit Heizomat HSK-RA 500
Für die Wärmeversorgung kommt ein Heizomat HSK-RA 500 mit 500 kW Leistung zum Einsatz. Die Anlage ist auf den Dauerbetrieb in holzverarbeitenden Betrieben ausgelegt und versorgt alle relevanten Gebäudebereiche zuverlässig mit Wärme.
Bereits in der Planungsphase des Neubaus wurde der Heizraum auf Basis einer Aufstellzeichnung von dp Energietechnik berücksichtigt und entsprechend umgesetzt.
Der HSK-RA-Kessel zeichnet sich durch seine robuste, komplett ausgemauerte Bauweise, hohe Wirkungsgrade und stabile Abgaswerte aus. Er ist wartungsfreundlich konzipiert und eignet sich besonders für definierte Brennstoffe wie Hackschnitzel, Pellets und Späne.
Zur Emissionsminderung ist die Anlage mit einem Multizyklon sowie einem elektrostatischen Abscheider ausgestattet. Damit werden die geltenden Emissionsgrenzwerte zuverlässig eingehalten und ein langfristig genehmigungsfähiger Betrieb sichergestellt.

500 kW Holz-, Späne- und Hackgutheizung Heizomat HSK-RA 500
Der Heizomat HSK-RA 500 mit 500 kW Leistung bildet das Herzstück der Wärmeversorgung bei Topjoynt. Die robuste Holzheizung ist für den Dauerbetrieb in holzverarbeitenden Betrieben ausgelegt und verarbeitet definierte Brennstoffe zuverlässig.
Entscheidungshilfe: Warum HSK-RA und nicht RHK-AK?
Im Projekt wurde bewusst der HSK-RA gewählt. Beide Kesseltypen haben ihren Einsatzbereich:
Heizomat HSK-RA
Heizomat RHK-AK

Funktionsprinzip Heizomat HSK-RA im Schnitt
Schnittdarstellung der Heizomat HSK-RA-Baureihe: Die robuste, komplett ausgemauerte Brennkammer, die geregelte Luftzufuhr und der stabile Brennstoffeintrag sorgen für eine gleichmäßige Verbrennung von Holz, Spänen und Hackgut bei hohen Wirkungsgraden und stabilen Abgaswerten.
Brennstoffkonzept: Produktionsreste effizient aufbereiten und nutzen
Ein zentraler Baustein des Projekts ist die Nutzung eigener Produktionsresthölzer. In der Fertigung fallen unter anderem massive Balkenköpfe und Latten aus Holzarten wie Fichte, Kiefer, Meranti oder Merbau an.
Die Aufbereitung erfolgt je nach Materialgröße:
Das aufbereitete Material wird anschließend über eine Förderschnecke direkt in den Brennstoffbunker der Holzheizung gefördert. So entsteht ein kontinuierlicher Materialfluss ohne zusätzliche Umschläge.

Produktionsreste als Brennstoffquelle bei Topjoynt
Massivholzreste, Späne und Abschnitte aus der laufenden Produktion bilden die Grundlage für die Wärmeversorgung. Statt Entsorgung werden die Materialien energetisch genutzt.
UNTHA LR1000: Vom Produktionsrest zum definierten Brennstoff für die Holzheizung
Für die mechanische Aufbereitung der größeren Holzreste setzt Topjoynt auf einen UNTHA LR1000. Der Schredder ist speziell für den Einsatz in holzverarbeitenden Betrieben konzipiert und erzeugt gleichmäßige Stückgrößen bei stabilem Durchsatz.
Der LR1000 sorgt für eine konstante Brennstoffqualität, die den störungsarmen Betrieb der Biomasseheizung unterstützt. Für Tischlereien und Holzverarbeiter ist diese Kombination aus mechanischer Aufbereitung und Holzheizung ein wichtiger Schritt zu mehr Eigenständigkeit und Prozesssicherheit.

UNTHA LR1000 Holzschredder zur Brennstoffaufbereitung
Der UNTHA LR1000 zerkleinert größere Holzreste aus der Produktion zu definiertem Schreddergut. Die gleichmäßige Brennstoffqualität unterstützt einen störungsarmen und effizienten Betrieb der Holz-, Späne- und Hackgutheizung.
Das Ergebnis: Ein geschlossener Energiekreislauf
Durch die Kombination aus 500 kW Holzheizung und eigener Brennstoffaufbereitung ist bei Topjoynt ein geschlossener Energiekreislauf entstanden. Produktionsreste aus der Holzverarbeitung werden im Betrieb aufbereitet, kontinuierlich dem Heizsystem zugeführt und zur Wärmeversorgung von Fertigung, Büro- und Sozialräumen genutzt.
Der Verzicht auf externe Entsorgungs- und Transportwege sowie der Ersatz fossiler Energieträger führen zu messbaren Effekten im laufenden Betrieb:

Technische Planung
Fazit: Praxisbeispiel für nachhaltige Wärme im Gewerbebau
Das Projekt bei Topjoynt zeigt, wie holzverarbeitende Betriebe ihre Energieversorgung bereits im Neubau strategisch richtig aufstellen können. Durch die Nutzung eigener Produktionsreste als Brennstoff entsteht ein wirtschaftliches Wärmesystem und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wächst langfristig.
Die Kombination aus 500-kW-Holzheizung, strukturierter Brennstoffaufbereitung und abgestimmter Emissionstechnik bietet ein praxisnahes Modell für Tischlereien, Zimmereien und die Holzindustrie. Insbesondere dort, wo kontinuierlich Restholz anfällt.
Energie entsteht dort, wo sie gebraucht wird – im eigenen Betrieb.












