Mehr Hotelzimmer, aber kein Platz für eine neue Heizung
Das Gasthaus Zwei Linden verbindet mehrere Betriebsbereiche an einem Standort. Zum Bestand gehören ein Restaurant mit 60 Plätzen, ein Saal für bis zu 120 Gäste und ursprünglich 15 Hotelzimmer. Im Zuge der Erweiterung kamen acht Doppelzimmer sowie zwei Ferienwohnungen hinzu.
Die neuen Übernachtungsmöglichkeiten entstanden teilweise in zwei ehemaligen Wohnhäusern, die der Betreiber erworben und für die Hotelnutzung umgebaut hat. Insgesamt sind damit drei Gebäude mit einer Fläche von rund 1.500 m² zu beheizen.
Vor der Umstellung verfügten die Gebäude über separate Ölheizungen. Insgesamt mussten vier ältere Heizölkessel ersetzt werden. Der errechnete Ölbedarf lag vor den Sanierungsmaßnahmen bei durchschnittlich etwa 25.000 Litern pro Jahr. In kalten Wintern konnten bis zu 30.000 Liter anfallen.
Die Erweiterung erhöhte nicht nur den Wärmebedarf. Sie machte auch eine gemeinsame Lösung für Raumheizung und Warmwasser erforderlich. Gleichzeitig fehlte in den Bestandsgebäuden der Platz, um Kessel, Pufferspeicher, Brennstofflager und Fördertechnik unterzubringen.
Die Herausforderung: Drei Gebäude zentral mit Wärme versorgen
Die neue Anlage musste unterschiedliche Wärmeabnehmer und Nutzungszeiten berücksichtigen. Hotelzimmer und Ferienwohnungen benötigen neben Raumwärme eine zuverlässige Warmwasserversorgung. Restaurant und Saal werden abhängig von Öffnungszeiten, Belegung und Veranstaltungen genutzt.
In den Wintermonaten ist die touristische Auslastung teilweise geringer. Zu anderen Zeiten sorgen Hotelgäste, Monteure, Restaurantbetrieb und Veranstaltungen für höhere Lasten. Die Heizung muss deshalb sowohl einen niedrigeren Teillastbedarf als auch ausgeprägte Verbrauchsspitzen abdecken.
Hinzu kamen mehrere technische und räumliche Anforderungen:
Die Lösung sollte daher kompakt außerhalb des eigentlichen Hotel- und Restaurantbereichs entstehen.

Gasthaus Zwei Linden in Balje-Hörne
100-kW-Restholzheizung für einen Holzverarbeitungsbetrieb in Sint-Oedenrode.
Drei Container bilden die neue Biomasse-Heizzentrale
Die Heizungsanlage wurde am Außenrand des Grundstücks aufgestellt. Der Gästebetrieb bleibt dadurch räumlich von Brennstofflagerung, Kesseltechnik, Wartung und Ascheentsorgung getrennt.
Als Heizraum dient ein 40-Fuß-High-Cube-Container. Darin befinden sich:
Zwei längsseitig verbundene 20-Fuß-Container bilden den Hackschnitzelbunker. Zusammen ergeben die drei Container eine kompakte Einheit aus Wärmeerzeugung und Brennstoffversorgung.
Der Betreiber beschreibt diese räumliche Trennung als wesentlichen Vorteil:
„So ist es für uns eine sehr elegante Lösung geworden, und wir sind aktuell sehr zufrieden.“ – Sönke Bösch

Technische Planung
Brennstoffbunker aus zwei 20-Fuß-Containern
Für den Brennstoffbunker wurden zwei 20-Fuß-Container längs nebeneinandergestellt und miteinander verbunden. Die Seitenwände wurden dafür entfernt. Die verbleibenden unteren Träger sichern die Stabilität der Containerkonstruktion.
Im Bunker arbeitet eine Fräse mit einem Durchmesser von 4.600 Millimetern. Sie führt die Hackschnitzel einer 200-Millimeter-Förderschnecke und anschließend der weiteren Fördertechnik zum Kessel zu.
Eine schräge Holzwand unterstützt das Nachrutschen des Brennstoffs. Gleichzeitig entlastet sie die Containertüren vom Materialdruck und kann für Revisionsarbeiten demontiert werden.
Die Befüllung erfolgt von oben mit dem betriebseigenen Rad- oder Teleskoplader. Dadurch kann der Betreiber vorhandene landwirtschaftliche Technik nutzen und benötigt keine zusätzliche stationäre Bunkerbefüllung.
Wallheckenschnitt und Knickholz statt standardisiertem Vollholz
Der Betreiber führt neben dem Gasthaus einen landwirtschaftlichen Betrieb. Bei der Pflege von Ackerrändern, Wallhecken und Knicks fällt regelmäßig holzartiges Material an.
Gerade in der küstennahen Region steht nicht überall hochwertiges Wald- oder Vollholz in großen Mengen zur Verfügung. Wallheckenschnitt und Knickholz sind dagegen regional verfügbar und entstehen unmittelbar im eigenen Betrieb.
Die Anlage wurde deshalb so ausgelegt, dass sie Hackschnitzel aus Mischholz verarbeiten kann. Ein großer Vorteil der RHK-AK-Baureihe von Heizomat. Als Brennstoff sind unter anderem vorgesehen:
Die Eignung für diesen Brennstoff war ein wichtiges Entscheidungskriterium. Der Betreiber kann eigenes Material energetisch nutzen, anstatt vollständig von zugekauften fossilen Brennstoffen abhängig zu sein.

Hackschnitzel aus Wallhecken- und Knickholz im Containerbunker
Blick in den Brennstoffcontainer der 150-kW-Hackschnitzelheizung beim Gasthaus Zwei Linden. Gelagert werden Hackschnitzel aus eigenem Wallhecken-, Knick- und Mischholz, die über die Bunkerfräse automatisch zum Biomassekessel gefördert werden.
Drei Wärmeleitungen für drei Gebäude
Vom Heizcontainer aus werden die drei Gebäude jeweils über eine eigene Wärmeleitung versorgt. Die Aufteilung ermöglicht eine klare hydraulische Trennung und eine bedarfsgerechte Versorgung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche.
In den Technikräumen der Gebäude befinden sich kleinere Kombispeicher mit jeweils etwa 800 bis 1.000 Litern Inhalt. Die Speicher sind mit Frischwasserstationen ausgestattet und übernehmen die dezentrale Warmwasserbereitung.
Die Regelung der Heizkreise, der Ladepumpen und der Frischwasserstationen erfolgt jeweils im betreffenden Gebäude. Dadurch lassen sich Hotelzimmer, Ferienwohnungen, Restaurant und Veranstaltungsbereiche entsprechend ihrer tatsächlichen Nutzung steuern.
Die zwei zentralen Pufferspeicher im Heizcontainer stellen zusammen 4.000 Liter Speichervolumen bereit. Sie unterstützen längere Kessellaufzeiten und gleichen kurzfristige Schwankungen zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeabnahme aus.
Kamin, Ascheaustragung und technische Einbindung
Für die Abgasführung wurde ein Edelstahlkamin mit einem Innendurchmesser von 300 Millimetern vorgesehen. Die wirksame Mindesthöhe beträgt sechs Meter.
Besondere Aufmerksamkeit erforderte ein Hotelfenster in rund 15 Metern Entfernung. Die genaue Kaminhöhe und Position mussten deshalb frühzeitig mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.
Die Asche wird automatisch in eine 400-Liter-Aschetonne ausgetragen. Für sie entstand auf der gegenüberliegenden Seite des Heizcontainers ein separates Fundament auf exakt abgestimmter Höhe.
Auch Potenzialausgleich, Stromversorgung und Datenleitung wurden bei den Fundament- und Tiefbauarbeiten berücksichtigt. Neben der elektrischen Zuleitung wurde ein Cat-7-Kabel zum Heizcontainer geführt.
Warum sich der Betreiber für dp Energietechnik entschieden hat
Der Kontakt zu dp Energietechnik entstand über eine persönliche Empfehlung. Der Onkel von Sönke Bösch setzt bereits zwei Biomasseheizungen mit Wärmenetzen ein und empfahl das Unternehmen aufgrund seiner eigenen Erfahrungen.
Für den Betreiber war damit nicht nur die Technik relevant. Er konnte sich vor der Investition an bereits laufenden Anlagen orientieren und Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten einbeziehen.
Die Verbindung aus Empfehlung, regionalem Heizungsbauer und einer auf die räumlichen Bedingungen zugeschnittenen Containerlösung führte schließlich zur Umsetzung.

Persönliche Beratung und Empfehlung
Das Projekt entstand auf persönliche Empfehlung und wurde gemeinsam mit dem örtlichen Heizungsbauer individuell geplant und umgesetzt.
Wirtschaftlichkeit und Einsparung
Vor der Umstellung lag der Heizölverbrauch bei durchschnittlich rund 27.500 Litern pro Jahr. Das entspricht rund 275.000 kWh Wärmeenergie. Bei Wärmekosten von 10 Cent je Kilowattstunde verursachte die Ölheizung jährliche Kosten von etwa 27.500 Euro.
Für die Hackschnitzel aus eigener Wallhecken- und Knickpflege kann man einschließlich Aufbereitung und Bereitstellung 2,5 Cent je Kilowattstunde angesetzt. Daraus ergeben sich jährliche Brennstoffkosten von rund 6.875 Euro.
Die rechnerische Einsparung beträgt damit etwa 20.625 Euro pro Jahr. Die Wärmekosten sinken um 75 % beziehungsweise von 10 auf 2,5 Cent je Kilowattstunde.
Ein weiterer Vorteil liegt in der hohen Kostenstabilität: Da der Brennstoff überwiegend auf den eigenen Flächen anfällt, hängen die Heizkosten nur in geringem Maß von schwankenden Energie- und Rohstoffmärkten ab. Verändern können sich vor allem die Kosten für Hacken, Maschinenstunden, Transport und Arbeitszeit. Im Vergleich zu Heizöl bleiben die Energiekosten dadurch deutlich besser kalkulierbar und langfristig planbar.
Zusätzlich entfallen die direkten fossilen Emissionen aus der Verbrennung des Heizöls. Bei einem Emissionsfaktor von rund 2,68 Kilogramm CO₂ je Liter entsprechen 27.500 Liter Heizöl etwa 73,7 Tonnen fossilem CO₂ pro Jahr.
Die Hackschnitzelheizung ist dabei nicht vollständig emissionsfrei, da auch Aufbereitung, Transport und Verbrennung Emissionen verursachen. Da das Holz jedoch ohnehin bei der eigenen Wallhecken- und Knickpflege anfällt und nur kurze Bereitstellungswege benötigt, werden die vorgelagerten Emissionen deutlich reduziert.
Ergebnis: Gegenüber der früheren Ölheizung werden rechnerisch rund 20.600 Euro Betriebskosten und etwa 74 Tonnen direkte fossile CO₂-Emissionen pro Jahr vermieden.
Du planst deine alte Öl- oder Gasheizungen ersetzen aber hast im Bestand keinen Platz für eine neue Heizzentrale?
Wir planen und bauen Deine Hackschnitzelheizung im Container individuell für die Anforderungen vor Ort – inklusive Brennstofflager, Fördertechnik, Pufferspeicher, Wärmeverteilung und Einbindung in die bestehende Gebäudetechnik.
Fazit: Biomassewärme trotz fehlendem Heizraum
Das Projekt beim Gasthaus Zwei Linden zeigt, dass eine Hackschnitzelheizung nicht an fehlenden Flächen im Bestandsgebäude scheitern muss. Ein 40-Fuß-Heizcontainer und zwei 20-Fuß-Brennstoffcontainer bilden eine vollständige externe Heizzentrale für drei Gebäude.
Mit 150 kW Leistung ersetzt die Anlage vier alte Ölheizungen und versorgt rund 1.500 m² mit Wärme. Gleichzeitig kann der Betreiber Wallheckenschnitt und weiteres Holz aus dem eigenen landwirtschaftlichen Umfeld als Brennstoff nutzen.
Die Containerlösung verbindet damit drei zentrale Anforderungen: wenig Platzbedarf im Bestand, eine klare Trennung vom Gästebetrieb und eine gemeinsame Wärmeversorgung für Hotel, Restaurant, Saal und Ferienwohnungen.









